Darum gehts
- Ölgeschäfte vor Trumps Iran-Ankündigungen sorgen für Insiderhandelsverdacht in den USA
- Händler setzten 580 Mio. und 950 Mio. Dollar kurz vor Trumps Statements
- CFTC untersucht Vorwürfe, möglicher grösster Marktmanipulationsfall in der Geschichte
Während Donald Trump (79) Raketen und Bomben gegen den Iran abschiesst, kassieren möglicherweise einige Leute tüchtig ab. Laut US-Medien sind auf dem Ölmarkt mehrere Male Termingeschäfte und Wetten abgeschlossen worden – nur wenige Minuten, bevor Trump eine Mitteilung zum Iran-Krieg veröffentlicht hat.
Zwei Beispiele:
Am 23. März platzierten Händler Termingeschäfte im Wert von gegen 580 Millionen Dollar. Rund 15 Minuten später berichtete Trump auf Truth Social über produktive Gespräche mit dem Iran. Die Ölpreise fielen sofort, was jene belohnte, die auf einen Rückgang gesetzt hatten. Seltsam ist, dass laut CBS das Handelsvolumen in dieser Stunde ohne ersichtlichen Grund neun Mal so hoch war wie der Tagesdurchschnitt.
Am 7. April gab es ein ähnliches Muster. Investoren platzierten Wetten auf den Ölpreis in der Höhe von rund 950 Millionen Dollar. Nur wenige Stunden später kündigte Trump eine zweiwöchige Waffenpause an. Die Ölpreise sackten umgehend um 15 Prozent ab. Wiederum waren einige Leute um viele Millionen reicher. Wie solche Wetten funktionieren, liest du hier.
Demokraten gehen von Missbrauch aus
Das kam den Demokraten verdächtig vor. Hat Trump seine Freunde über seine bevorstehenden Posts informiert und damit reich gemacht? Die Senatoren Elizabeth Warren (76) und Sheldon Whitehouse (70) wurden bei der US-Derivateaufsicht CFTC vorstellig. Sie äusserten ihre «wiederkehrende Besorgnis» über einen möglichen Missbrauch von geheimen Regierungsinformationen.
Warren sagt: «Die Trump-Regierung war von Anfang an ein Sumpf der Korruption, und diese verdächtigen Ölgeschäfte sind ein erschreckendes Beispiel für Insiderhandel am Markt.» Das Weisse Haus dementiert die Vorwürfe und bezeichnet die Andeutungen auf Insiderhandel als «haltlos und unverantwortlich».
Die CFTC hat inzwischen Untersuchungen eingeleitet. Sollte sich der Verdacht auf Insiderhandel bestätigen, wäre dies einer der grössten Fälle von Marktmanipulation.