Darum gehts
- Trump bombardiert Iran seit einer Woche, US-Regierung strebt trotzdem Einigung an
- Spaltung in Teheran: Hardliner und Pragmatiker ringen um die Macht
- US-Militärschläge: Iran zeige Interesse an Abkommen nach verheerenden Angriffen
Trump bombardiert den Iran seit einer Woche pausenlos. Der US-Präsident will das Regime auf Linie bringen. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf einen Machtpoker in Teheran. Was sich schon länger abzeichnete, wird nun von verschiedenen Seiten bestätigt: Im Iran scheint es keine einheitliche Führung mehr zu geben.
Das Weisse Haus liess vergangene Woche durchblicken, dass in Teheran ein Machtkampf zwischen Pragmatikern und Hardlinern tobt.
US-Vizepräsident J. D. Vance (41) sagte jetzt dem Podcaster Joe Rogan (58), der Iran sei gespalten zwischen religiösen Hardlinern und Pragmatikern. Vance beschrieb eine Spaltung innerhalb der iranischen Führung. Man habe es mit «zwei Elementen im iranischen System» zu tun. Die Hardliner seien nach dem Abschluss des Deals «ausgeflippt», «freaked out».
Militär dominiert
Auch Pakistan, das Washington und Teheran an den Verhandlungstisch brachte, beobachtet «die zunehmenden Spaltungen innerhalb der iranischen Führung mit Sorge», wie Reuters unter Berufung auf zwei pakistanische Regierungsbeamte berichtet.
Auf der einen Seite sei die politische Führung um Präsident Massud Peseschkian (71), Aussenminister Abbas Araghtschi (63) sowie Verhandlungschef und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64). Auf der anderen Seite: die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), so die pakistanischen Quellen.
«In Islamabad wird zunehmend erkannt», wird ein Militäranalyst zitiert, «dass das Militär die Entscheidungsfindung im Iran zu dominieren scheint.»
Weisses Haus: «Uneinigkeit im Iran»
US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) bestätigte am Donnerstag, dass die USA trotz der jüngsten Militärschläge weiterhin eine Einigung mit dem Iran anstreben.
«Unter den Führern im Iran gibt es Uneinigkeit», so Leavitt bei einer einstündigen Pressekonferenz im Weissen Haus. «Trotz allem wollen einige von ihnen eine Vereinbarung mit den USA erzielen.»
«Sie sind nicht mehr der einst so mächtige Terrorstaat, der sie waren», so Leavitt. «Der Iran führt weiterhin Gespräche mit den Vereinigten Staaten von Amerika und bekundet sein Interesse an einem Abkommen, da er verheerende Schläge seitens des US-Militärs erleidet.»