Darum gehts
- Papst Leo XIV lässt in Rom einen Lungenknoten entfernen
- Der Befund folgte dem Verdacht auf eine Entzündung
- Nach einer Woche Erholung soll ab 6. November Südamerika folgen
Papst Leo XIV. wird demnächst operiert. Am Sonntag gab er während eines Gebets bekannt, dass Ärzte einen Knoten in seiner Lunge gefunden hatten. Auf ihren Rat hin legt sich das Kirchenoberhaupt in den kommenden Tagen unters Messer, um den Knoten entfernen zu lassen.
Der Befund kommt überraschend: Eigentlich gilt der 71-jährige Papst als körperlich fit. Regelmässig besucht er das Fitnessstudio und spielt Tennis. Wie «Corriere della Sera» berichtet, ging man vorerst von einer vermeintlichen Entzündung aus. Diese stellte sich erst im Zuge der Untersuchung als Lungenknoten heraus.
«Die meisten Lungenknoten sind gutartig»
Laut einem Sprecher des Vatikans soll die Operation in der Gemelli-Klinik in Rom durchgeführt werden. Derzeit rechnet man mit einer relativ kurzen Genesungszeit von etwa einer Woche. Doch was steckt hinter Lungenknoten, und wie werden sie behandelt? Auf Anfrage von Blick erklärt Professor Patrick Dorn (47), Chefarzt und Leiter der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie am Inselspital Bern, die wesentlichen Punkte.
Grundsätzlich gilt: Nicht jeder Lungenknoten bedeutet automatisch Lungenkrebs. «Die meisten Lungenknoten sind gutartig», gibt der Arzt an. Neben gutartigen Tumoren können zum Beispiel auch Narben für die Strukturveränderungen des Lungengewebes verantwortlich sein. Entdeckt würden Lungenknoten häufig rein zufällig bei einer Computertomografie, kurz CT.
Bei frühzeitiger Erkennung bietet eine Operation häufig gute Heilungschancen
Allerdings kann ein Lungenknoten auch auf Krebs hindeuten. «Ob ein Knoten verdächtig ist, hängt unter anderem von seiner Grösse, Form, seinem Wachstum und persönlichen Risikofaktoren wie Rauchen ab.» Dorn betont und verweist auf Studien, dass gezielte CT-Screenings mit geringer Strahlung für die Früherkennung entscheidend sein können. In der Schweiz sind diese jedoch noch nicht flächendeckend etabliert.
Für einen definitiven Befund ist eine Biopsie zur Gewebegewinnung notwendig. Unnötige Eingriffe sollen laut dem Professor schon während der Abklärung vermieden werden. Gleichzeitig geht es jedoch darum, einen möglichen Lungenkrebs frühzeitig zu identifizieren. «Wenn ein bösartiger Lungentumor frühzeitig erkannt wird, bietet eine Operation häufig gute Heilungschancen.» Eine operative Entfernung kann manchmal auch bei vordergründig harmlosen Knoten sinnvoll sein. Dies, wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht, die Diagnose unklar bleibt oder der Knoten Beschwerden verursacht.
Art der Behandlung hängt vom Tumor ab
Die Eingriffe finden dabei meist minimalinvasiv über kleine Schnitte mithilfe einer Kamera oder eines Operationsroboters statt. Ob dabei ein gesamter Lungenlappen oder nur ein Lungensegment entfernt werden muss, hängt laut dem Arzt unter anderem von der Grösse und der Lage des Tumors ab.
Alternativ zu einer Operation kann Lungenkrebs auch mit präziser Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie oder gezielten Medikamenten behandelt werden. «Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt von der Art und Ausbreitung des Tumors sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand ab», hält Dorn fest.