Kurz offen, jetzt wieder zu
Machtpoker um wichtigste Ölroute eskaliert

Erst offen, dann wieder zu: Der Iran hatte die Strasse von Hormus für wenige Stunden freigegeben. Die Preise fielen, die Börsen reagierten. Aber wie konnte es dazu kommen?
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US-Präsident Trump liess nicht locker.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iran öffnet Strasse von Hormus vorübergehend unter Bedingungen, dann wieder geschlossen
  • Ein Fünftel des weltweiten Öls passiert die Meerenge, Energiepreise betroffen
  • Tausende Schiffe blockiert, Europa plant Militärmission für Route-Sicherung
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Chiara SchlenzAusland-Redaktorin

Was ist überhaupt passiert?

Der Iran hatte die Strasse von Hormus überraschend wieder für Handelsschiffe geöffnet. Allerdings nur vorübergehend und unter Bedingungen. Voraussetzung: Der Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon hält. Die Freigabe ist zeitlich begrenzt und gilt nur für die Dauer dieser Waffenruhe. Auch die Route ist vorgegeben, Schiffe müssen sich daran halten. Und: Die USA sollten ihre Blockade der iranischen Häfen auflösen. Doch genau das wollte US-Präsident Donald Trump nicht. 

In einem Post auf Truth Social schrieb Trump: «Die Seeblockade bleibt jedoch, soweit sie den Iran betrifft, bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran in vollem Umfang bestehen.» Sehr zum Ärger des Irans. Die Folge: Die Strasse von Hormus wurde wieder dicht gemacht. 

«Die Seeblockade bleibt, bis der Iran unser Abkommen unterzeichnet»
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Trump mit klaren Worten:«Die Seeblockade bleibt, bis der Iran unterzeichnet»

Warum ist die Strasse von Hormus so wichtig?

Weil durch diese Meerenge rund ein Fünftel des weltweiten Öls fliesst. Es ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der globalen Wirtschaft. Wenn hier dicht ist, geraten Lieferketten ins Stocken. Die Folgen sind sofort spürbar – vor allem bei den Energiepreisen. Auch die Schweiz ist indirekt betroffen.

Warum hatte der Iran überhaupt den Seeweg geöffnet?

Die Öffnung ist ein klassisches Druckmittel: Teheran zeigt, dass es die globale Energieversorgung beeinflussen kann. Gleichzeitig signalisiert der Iran Verhandlungsbereitschaft. Die Kontrolle über die Route bleibt aber bestehen. Die Durchfahrt kann jederzeit wieder eingeschränkt werden. Genau das macht die Massnahme politisch so wirksam.

Was bedeutet das für Europa?

Europa sitzt mit im Boot – wortwörtlich. Es geht um Energiepreise, Sicherheit und geopolitischen Einfluss. Am Freitag trafen sich mehrere Staats- und Regierungschefs zu einem Gipfel, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Im Zentrum stand eine mögliche Militärmission zur Sicherung der Route. Gleichzeitig zeigt die Debatte: Europa will mehr Verantwortung übernehmen – auch unabhängig von den USA.

Droht jetzt ein Militäreinsatz?

Das ist möglich, aber kompliziert. Ohne Waffenruhe kein Einsatz. Ohne Mandat kein Einsatz. Und ohne USA? Kaum realistisch. Zudem müssten militärische Risiken wie Minen zuerst geklärt werden. Im Moment überwiegen deshalb Planung und Diplomatie.

Und was heisst das für die Schweiz?

Kurzfristig: günstigere Energiepreise. Der Rückgang beim Öl kann sich auch hier bemerkbar machen. Langfristig: Unsicherheit bleibt – und damit auch das Risiko neuer Preisschocks. Jede neue Eskalation würde sich direkt auswirken. Die Schweiz ist zwar nicht direkt beteiligt, aber wirtschaftlich stark betroffen.

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