Darum gehts
- Polen verhaftet fünf mutmassliche Agenten für Spionage kritischer Infrastruktur
- Verdächtige nutzten Telegram für Kontakt und erhielten Kryptowährung als Bezahlung
- Bei Verurteilung drohen Haftstrafen zwischen 5 und 30 Jahren
Polens Geheimdienst hat fünf mutmassliche Agenten festgenommen. Es handele sich um zwei ukrainische und drei belarussische Staatsbürger, teilte die Staatsanwaltschaft in Warschau mit. Die Ermittler werfen ihnen Spionage für einen fremden Geheimdienst vor.
Nach den bisherigen Erkenntnissen sollen die fünf Personen über den Messengerdienst Telegram Kontakt zu Vertretern eines ausländischen Geheimdienstes gehalten haben.
Sie kassierten Krypto-Lohn
In deren Auftrag fotografierten sie Objekte der kritischen Infrastruktur sowie Orte, die für die Sicherheit Polens relevant sind. Für ihre Dienste wurden sie demnach in Kryptowährung entlohnt.
Drei der mutmasslichen Agenten wurden in Untersuchungshaft genommen, eine minderjährige Ukrainerin landete in einer Haftanstalt für Jugendliche. Der fünfte Verdächtige erhielt mit Blick auf seinen schlechten Gesundheitszustand lediglich die Auflage, das Land nicht zu verlassen.
Polen: viele russische Agenten im Land
Im Fall einer Verurteilung droht den mutmasslichen Agenten eine Haftstrafe von fünf bis 30 Jahren.
Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben.
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