Kreml in der Zwickmühle
Putins Schattenflotte schrumpft um die Hälfte

Putins Schattenflotte geht ein: Ein neuer Bericht zeigt, dass westliche Sanktionen und Beschlagnahmungen die Zahl der Tanker unter falscher Flagge massiv reduziert haben. Der Kreml reagiert.
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Öltanker Deyna, der verdächtigt wird, zur russischen Schattenflotte zu gehören.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Russlands Schattenflotte halbiert: Zahl der Tanker seit Oktober 2025 drastisch gesunken
  • Westliche Sanktionen und Beschlagnahmungen zwingen Moskauer Tanker unter russische Flagge zu fahren
  • Schiffsregister Russlands wuchs um 36 % auf 382 Schiffe bis Juni 2026
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Janine EnderliRedaktorin News

Putins sogenannte Schattenflotte steht unter massivem Druck. Ein neuer Bericht zeigt: Der Westen hat die vom Kreml unter falscher Flagge eingesetzten Tanker durch harte Beschlagnahmungen und schärfere Sanktionen regelrecht halbiert. Als Reaktion darauf wechselt Moskau jetzt massenhaft die Flagge.

Laut dem am 25. September veröffentlichten Bericht des finnischen Thinktanks Center for Research on Energy and Clean Air ist die Zahl der Schiffe in Moskaus Schattenflotte, die unter falscher Flagge fahren, auf weniger als die Hälfte gesunken. Zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 sank die Zahl der Schiffe von 101 auf 45 – ein dramatischer Einbruch. 

Aufgrund des westlichen Drucks wurden 107 Tanker neu ins russische Register eingetragen. Offene Register wie Panama, Barbados und Palau haben die Aufsicht verschärft und entziehen verdächtigen Schiffen den Schutz. Gleichzeitig wuchs das russische Schiffsregister seit Jahresbeginn 2025 um 36 Prozent auf 382 Schiffe Ende Juni 2026.

Franzosen entern Schiff der russischen Schattenflotte
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Anfang Oktober:Franzosen entern Schiff der russischen Schattenflotte

Westliche Länder mit mehreren Aktionen

Die Schattenflotte besteht aus alternden, oft unzureichend versicherten Tankern, mit denen Russland Öl unter Umgehung internationaler Sanktionen verschifft. Westliche Regierungen werfen Moskau vor, die Flotte nicht nur für Öltransporte, sondern auch für hybride Operationen gegen Europa zu nutzen. Europäische Staaten wie Frankreich, Schweden, Belgien und das Vereinigte Königreich haben verdächtige Schiffe in ihren Gewässern geentert; die letzte bekannte Aktion war am 30. August im Mittelmeer gegen den Tanker MV Sun.

Die Strategie, Schiffe ohne gültige Flagge zu stoppen, hat funktioniert – doch viele Schiffe tauchen nun unter russischer Flagge auf und entziehen sich so dem europäischen Zugriff.

Hier ist der entscheidende Punkt: Nach der Uno-Seerechtskonvention unterliegen Schiffe auf hoher See grundsätzlich der ausschliesslichen Gerichtsbarkeit ihres Flaggenstaats. Das bedeutet: Solange ein Tanker eine gültige nationale Registrierung hat – etwa unter russischer Flagge –, dürfen andere Staaten das Schiff nicht einfach boarden, durchsuchen oder beschlagnahmen. Genau deshalb weicht die Schattenflotte jetzt von «stateless» oder «falscher Flagge» auf russische Registrierung aus. 

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