Darum gehts
- Claudia Sheinbaum lehnt US-Truppenhilfe gegen Drogenkartelle in Mexiko ab
- Trump wirft Sheinbaum vor, aus Angst nicht härter durchzugreifen
- USA griffen Anfang Januar Venezuela an und nahmen Präsident Nicolas Maduro fest
Im Streit um das Vorgehen gegen Drogenkartelle in Mexiko hat die Präsidentin des Landes, Claudia Sheinbaum (63), mit US-Präsident Donald Trump (79) telefoniert. Sie habe erneut Trumps Angebot abgelehnt, US-Truppen nach Mexiko zu entsenden, um der dortigen Regierung im Kampf gegen die Kartelle zu helfen, sagte Sheinbaum bei einer Pressekonferenz. Auch sei in dem Telefonat ein einseitiges militärisches Eingreifen der USA in Mexiko ausgeschlossen worden.
Jüngste Äusserungen von Trump über das US-Vorgehen gegen Drogenbanden in Lateinamerika hatten in Mexiko für Unruhe gesorgt – auch vor dem Hintergrund des Angriffs auf Venezuela. Sheinbaum sagte bei der Pressekonferenz, sie habe das Gespräch mit Trump gesucht, weil er immer wieder sagt, dass er sich eine grössere US-Beteiligung an Mexikos Sicherheit wünscht. «Wir sagen immer, dass dies nicht notwendig ist», sagte Sheinbaum. Mexiko bewahre seine Souveränität und territoriale Integrität.
Trump: Sheinbaum hat Angst vor Drogenkartellen
Auf X bezeichnete Sheinbaum das Telefonat als «sehr gutes Gespräch». Die Zusammenarbeit im Rahmen des gegenseitigen Respekts führe immer zu guten Ergebnissen.
Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro hatte Trump in einem Interview erneut beklagt, Mexiko werde von den Drogenkartellen regiert. Trump unterstellt Sheinbaum, aus Angst nicht härter gegen die Kartelle vorzugehen. Mehrfach habe er ihr Hilfe angeboten, diese sei zurückgewiesen worden.
Trump reisst sich venezolanisches Öl unter den Nagel
Sheinbaum sagte, die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien gut und man werde mit den Vereinigten Staaten weiter zusammenarbeiten. In dem rund 15-minütigen Telefonat habe sie mit Trump auch über den US-Militäreinsatz in Venezuela gesprochen. Sie habe deutlich gemacht, dass Mexiko mit ausländischen Interventionen in anderen Ländern nicht einverstanden sei.
Die USA hatten am 3. Januar Ziele in Venezuela angegriffen. Staatschef Nicolas Maduro (63) wurde bei der Operation gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Trump kündigte an, die Vereinigten Staaten würden Venezuela nun vorübergehend führen, und hat Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet.