Darum gehts
- Wal Timmy am 3. März in Wismar gesichtet, Tod Mitte Mai bestätigt
- Rettungsversuche hatten Deutschland wochenlang in Bann gehalten
- Tote Finnwal in Frankreich rasch abtransportiert, Schwanzflosse schleifte über Asphalt
- Timmy-Kadaver durch Fäulnisgase aufgebläht, Experten entschärfen Explosionsgefahr
Rund zweieinhalb Monate dauerte die Todessaga von Wal Timmy: Erstmals am 3. März im norddeutschen Hafen von Wismar gesichtet, wurde Mitte Mai vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal entdeckt – dann die Bestätigung: Es ist Timmy.
In diesen zweieinhalb Monaten wurde Timmy zum heftig diskutierten deutschen Chefpolitikum: Tierschutz, Aktivismus und politische Symbolik vermischten sich. Das eine Lager forderte: «Timmy muss um jeden Preis gerettet werden.» Das andere: «Lasst Timmy in Würde sterben.»
Nachts verendet
Zu einer vergleichbar emotionalen Debatte kam es in Frankreich nicht, wo am Freitag vor der Atlantikküste ein Finnwal angespült wurde – die zweitgrösste Walart der Welt.
Anders als beim deutschen «Promi-Wal» Timmy kam für den Finnwal jede Hilfe zu spät. Laut dem Radiosender Alouette lebte das Tier zunächst noch, als es am Freitagabend strandete. Nach Einbruch der Dunkelheit war ein Rettungseinsatz nicht mehr möglich; der Meeressäuger verendete in der Nacht.
Zack, zack
Obwohl ein solcher Fund in Frankreich äusserst selten ist, gings gleich zack, zack. Keine 24 Stunden, nachdem das 12‑Tonnen‑Finnwalweibchen von 10 Metern Länge angespült worden war, hatten die Behörden den Kadaver bereits beseitigt.
Dies, auch wenn in alle Eile improvisiert wurde – die LKW-Ladefläche war nicht genug gross. Der abtransportierte Wal hing über, die Schwanzflosse schleifte über den Asphalt. Jetzt wird der französische Wal untersucht, um die Todesursache zu klären.
Derweil wurde Timmy am Samstag endlich an den Strand geschleppt. Sein Kadaver ist durch Fäulnisgase so stark aufgebläht, dass Experten vor akuter Explosionsgefahr warnen. Der Buckelwal soll sorgsam entgast werden; Experten gehen mit Spezialwerkzeug, Schutzkleidung und Masken ans Werk.