US-Vizepräsident J. D. Vance (41) erlebte bei seinem jüngsten Auftritt vor der rechten Jugendorganisation Turning Point ein Debakel. Einerseits musste er sich unangenehmen Zwischenrufen wie «Ihr tötet Kinder» zum aktuellen Kriegsgeschehen stellen. Doch viel schwerer wog der optische Eindruck: Der Vize sprach am Dienstag vor einer fast leeren Halle.
Die Akins Ford Arena an der Universität von Georgia in Athens bietet Platz für 8500 Personen, war jedoch nicht einmal zu einem Viertel gefüllt. Für den sonst publikumsverwöhnten Vance war der Anblick der vielen leeren Ränge besonders bitter – zumal der Eintritt für die Veranstaltung kostenlos war.
«Mehr los beim Senioren-Bingo»
Der Spott der US-Medien liess nicht lange auf sich warten. In Formaten wie «Morning Joe» oder bei «Jimmy Kimmel Live» wurde der Auftritt genüsslich zerpflückt. Moderator Jimmy Kimmel (59) witzelte, Vance sei ein noch grösserer Flop als Melania Trumps jüngst veröffentlichter Dokumentarfilm.
Auch in den sozialen Medien erntete der Vize hämische Kommentare. «Beim Senioren-Bingo ist mehr los. Das sieht aus wie eine Generalprobe», spottete ein Nutzer auf X. Ein anderer kommentierte kurz und knapp: «Verlierer!»
Attacke der Linken?
Die Verantwortlichen von Turning Point versuchten, die Blamage mit Sabotage-Vorwürfen zu erklären. Sprecher Andrew Kolvet gab an, dass über 10'000 Tickets reserviert worden seien. Er machte linke Aktivisten verantwortlich:
«Linke Gruppen überrennen unsere Ticketportale, sichern sich die Plätze und erscheinen dann einfach nicht. Das ist ihre Form des Protests.» Man müsse sich künftig auf diese neuen Taktiken besser einstellen, so Kolvet weiter.
Doch das ist noch nicht alles. Vance wurde auch von der Turning Point-Chefin Erika Kirk (37) versetzt. Sie hatte ihren Auftritt kurzfristig aus «Sicherheitsgründen» abgesagt, nachdem Drohungen eingegangen seien. Doch auch diese Erklärung sorgte für Skepsis. Der Journalist Eric Spracklen wunderte sich auf X, warum der Anlass für den Vizepräsidenten sicher genug gewesen sei, nicht aber für Kirk. Seine Vermutung: «Sie hat abgesagt, weil sie wusste, dass sie nicht mehr als ein paar Hundert Leute anlocken kann.»
Das Gleiche musste auch schon Donald Trump (79) erleben. Als er 2020 in Tulsa sprach, blieben Tausende von Sitzen leer, obwohl sich über eine Million Personen um ein Ticket bemüht hatten. Damals hatten Trump jugendliche Tiktok-Nutzer einen Streich gespielt. Sie hatten Hunderttausende von Ticktets bestellt, aber nicht bezogen.