Darum gehts
- Russische Drohne trifft Hochhaus in Galati, Rumänien, nahe Ukraine-Grenze
- Drohne ursprünglich auf ukrainische Ziele gerichtet, drang in Rumäniens Luftraum
- Zwei Verletzte, rumänische F-16-Kampfjets starteten um 1 Uhr
Alarm in einem Nato-Staat! Eine Drohne hat in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag in der Nacht auf Freitag löste einen Brand im 10. Stock des Wohnhauses aus, wie unter anderem die «Welt» berichtet. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Laut dem rumänischen Verteidigungsministerium war die Drohne russischen Ursprungs.
Die Drohne sei von Russland eigentlich auf zivile Ziele und Infrastruktur auf der ukrainischen Seite der Grenze abgefeuert worden. Das Geschoss sei dann allerdings in den rumänischen Luftraum eingedrungen, teilt das Verteidigungsministerium in Bukarest auf Facebook mit.
Luftwaffe aktiviert
Rumänien aktivierte infolge des Drohnenalarms seine eigene Luftwaffe, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. Zwei Kampfflugzeuge vom Typ F-16 starteten kurz nach 1 Uhr morgens, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe.
Die Lage sei weiterhin dynamisch, hiess es ausserdem in der Erklärung. Weitere Explosionen auf rumänischer Seite wurden bisher jedoch keine gemeldet.
Das rumänische Aussenministerium spricht gegenüber Russland von einer «schweren und unverantwortlichen Eskalation». Rumänien werde die notwendigen diplomatischen Massnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoss gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraumes zu reagieren, hiess es am Freitagmorgen aus dem Ministerium.
Der rumänische Präsident erklärte am Freitagnachmittag, dass das russische Konsulat im Land als Reaktion auf den Drohneneinschlag geschlossen wird. Der russische Generalkonsul wurde zur persona non grata erklärt, berichtete der rumänische Fernsehsender Digi 24.
Auch Polen musste schon handeln
Es ist nicht das erste Mal, dass unbekannte Drohnen in den Nato-Luftraum eindringen. So musste etwa auch Polen im September 2025 den Alarm auslösen.
Die Armee konnte an der Ostgrenze des Landes mehrere feindliche Flugobjekte abschiessen, bevor sie tiefer ins Landesinnere vordringen konnten. Offiziell hatte sich niemand zu den Drohnen bekannt. Doch der Verdacht fiel auf Russland. Laut Reuters wurden die Flugobjekte in der Nähe der ukrainischen Grenze abgefangen, zeitgleich mit einem russischen Raketenangriff auf das Nachbarland. Polen selbst sprach von einem «Akt der Aggression» und informierte umgehend die Nato.