Darum gehts
- Hurrikan Melissa erreicht Jamaika – mehrere Todesopfer gemeldet
- Langsame Fortbewegung und extreme Windgeschwindigkeiten machen Melissa besonders gefährlich
- Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h
Ganz Jamaika fürchtet sich vor dem Desaster-Dienstag. Mit Hurrikan Melissa erreicht ein Wirbelsturm der höchsten Stärke 5 die Küste der Karibikinsel.
Laut dem National Hurricane Center (NOAA) wird Melissa in diesem Jahr der stärkste Sturm auf der Welt. In einem. Am Dienstagmorgen übertraf die Intensität des Sturms die von Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Bis zum Vormittag verstärkte sich Melissa noch einmal – nur wenige Kilometer von Jamaika entfernt. Der Hurrikan habe inzwischen eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h erreicht, heisst es in einem Update des NOAA. Das sind nur 8 km/h weniger als der Atlantikrekord in dieser Hinsicht, schreibt die «Washington Post»
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Meteorologen berichtet, könnte der Monster-Hurrikan sogar zum stärksten Wirbelsturm werden, der den Karibikstaat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 je erreicht hat.
Melissa ist nicht wie jeder andere Hurrikan. Blick erklärt in drei Punkten, was das Wetterphänomen so gefährlich macht.
Langsam und zerstörerisch
Melissa bewegt sich mit 4,8 Kilometern pro Stunde extrem langsam, sorgt gleichzeitig aber für Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Zudem bringt Melissa auch noch Starkregen. Es wird befürchtet, dass der Hurrikan aufgrund seiner Langsamkeit länger als andere Hurrikane im selben Gebiet bleiben könnte – und so deutlich mehr Zerstörung anrichten wird.
Die Jamaikaner müssen sich auf Überschwemmungen, Erdrutsche und katastrophale Sturzfluten einstellen. Wie ABC News berichtet, wurden in der Karibik bereits sieben Tote gemeldet – drei Tote auf Jamaika, drei in Haiti und eine verstorbene Person in der Dominikanischen Republik. Die jamaikanischen Behörden zählten zudem mehr als 15 Verletzte.
Kleine Inseln besonders anfällig
Das Kinderhilfswerk Unicef hat für den Katastrophenfall bereits Hilfsgüter vorportioniert, wie es am Montag mitteilte. «Kleine Inselstaaten sind immer in besonderem Masse anfällig für extreme Klimaereignisse», sagte Roberto Benes, Unicef-Regionaldirektor für Lateinamerika und die Karibik.
Das liegt einerseits an der regionalen Lage. Tropische und subtropische Regionen sind besonders häufig von Wirbelstürmen betroffen. Hinzu kommt, dass die kleine Grösse der Inselstaaten bedeutet, dass ein Extremereignis wie Melissa oft das gesamte Staatsgebiet oder grosse Teile davon bedroht. Für die Bevölkerung gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten.
Auch die Infrastruktur ist der Naturgewalt oft schutzlos ausgesetzt, da sich Häuser, Strassen und Co. oft nur wenige Meter über dem Meeresspiegel befinden. Schutzmassnahmen wie Deiche sind auf den Karibikinseln kaum vorhanden.
Deutlich höhere Windgeschwindigkeiten
In einem Artikel der «Washington Post» beschreibt der Meteorologe Matthew Cappucci (28) den Moment, als er mit einem Messflugzeug ins Auge des Hurrikans flog. «An allen Seiten ragen gewaltige Gewitterwolken hoch empor. Nur wenige Kilometer in jede Richtung tobt ein höllisches Monster, das überlebensfeindliche Bedingungen schafft.»
Eine passende Formulierung, die sich auch im Vergleich der Windgeschwindigkeiten widerspiegelt. Bei Melissa fallen die Windgeschwindigkeiten deutlich höher aus als bei ihren Vorgängerinnen und Vorgängern. Hurrikan Beryl brachte es im Juli 2024 auf bis zu 230 km/h, Hurrikan Erin traf die Dominikanische Republik mit bis zu 222 km/h. Schon bei diesen beiden Wetterextremen gab es mehrere Todesopfer.