Harte Strafen verhängt
Gericht fällt Urteil nach Tod von Familie durch Pestizide in Istanbul

Im vergangenen November verstarb eine vierköpfige Familie aus Hamburg nach ihren Istanbul-Ferien. Die Todesursache waren Pestizide, die im Hotelzimmer angewendet wurden. Sechs Personen wurden angeklagt. Am Freitag fiel in der Türkei das Urteil.
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Eine vierköpfige Familie verstarb letzten November nach einer Pestizidvergiftung.
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Angela RosserJournalistin News

Die Eltern und ihre zwei kleinen Kinder starben wegen Pestiziden, die in ihrem Istanbuler Hotel gegen Bettwanzen eingesetzt wurden. Insgesamt sechs Menschen standen deswegen in der Türkei vor Gericht. Darunter der Hotelbesitzer, der Geschäftsführer der Schädlingsbekämpfungsfirma und seine Mitarbeiter sowie sein Sohn.

Am Freitag fällte der Richter sein Urteil. Laut «RTL» wurde der Hotelinhaber zu 13 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der Firmenchef und sein Sohn müssen für 18 Jahre ins Gefängnis. Ein weiteres Teammitglied erhielt 12 Jahre und zwei Monate. Ein Rezeptionist wurde freigesprochen.

Noch höhere Strafen gefordert

Die Anklage lautete auf «bewusste fahrlässige Tötung». Die Staatsanwaltschaft forderte Strafen von bis zu 22 Jahren und fünf Monaten. Der Anwalt der Hinterbliebenen warf den Angeklagten zudem «vorsätzliches Handeln» vor.

Wie berichtet wird, ist das Urteil für zwei Wochen anfechtbar, bevor es rechtskräftig wird. Der Fall hinterlässt eine Familie in tiefer Trauer und wirft nach wie vor viele Fragen zur Sicherheit in der Hotelbranche auf.

Nich der erste Tod durch Pestizide

Der Tod der vierköpfigen Familie soll ausserdem nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen sein. Bereits im April desselben Jahres berichtete die türkische Zeitung «Hürriyet» über den Tod eines dreijährigen Buben. Auch er soll aufgrund eines Schädlingsbekämpfungsmittels umgekommen sein.

Der forensische Bericht zu dem Tod des Buben sei aber erst kurz vor dem Vierfachtod in der Türkei in die Akte aufgenommen worden. Die Anwältin der Familie kritisierte gegenüber der Zeitung damals die langsame Bearbeitung des Falls durch die Behörden. Eine schnellere Reaktion hätte möglicherweise den Tod der Hamburger Familie verhindern können, argumentierte sie.

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