Darum gehts
- In Bayern barg die Bergwacht 700 Kilo Müll vom Höllentalferner
- Auch mutmassliche Menschenknochen gingen an die Polizei
- Die Retter übten Abseilen, Eissicherung und erkundeten Einstiege
Im Höllental bei Grainau in Bayern führte die Bergwacht gemeinsam mit der Polizei eine spektakuläre Übung durch. Dabei trainierten die Einsatzkräfte nicht nur ihre Rettungstechniken im hochalpinen Gelände, sondern entfernten gleichzeitig Müll vom Höllentalferner-Gletscher.
14 Bergretter befreiten das Gebiet am Einstieg des Zugspitz-Klettersteigs von jahrzehntelangem Abfall, wie der «Münchner Merkur» berichtet. Insgesamt 700 Kilo kamen zusammen. Darunter befanden sich überraschende Funde. Ein Überblick:
Plastikflaschen
Plastikflaschen auf Gletschern sind ein massives Umweltproblem, da sie sich durch den Gletscherrückgang und die extremen Bedingungen im Hochgebirge nur extrem langsam zersetzen und in gefährlichen Mengen Mikro- sowie Nanoplastik freisetzen.
Alte Rucksäcke
Solche Entdeckungen kommen hin und wieder vor. Je nach Alter liefern sie spannende Informationen darüber, mit welcher Ausrüstung Berggänger unterwegs waren. Es wird nun geprüft, zu wem sie gehören.
Beschädigte Ausrüstungsgegenstände
Darunter fielen laut «Merkur» Steigeisen, Trinkflaschen, Kleidung sowie Gopro-Kameras.
Knochen
Ein Bergwachtarzt entdeckte sogar Knochen. Sie könnten zu einem Menschen gehört haben. Die Funde wurden der Polizei übergeben, die nun untersucht, ob sie mit Vermisstenfällen in Verbindung stehen.
Die Aktion war nicht nur ein Erfolg für die Umwelt. Die Retter nutzten die Gelegenheit, um ihre Fähigkeiten im Abseilen in Gletscherspalten und bei der Sicherung auf blankem Eis zu verbessern. Gleichzeitig erkundeten sie potenzielle Landeplätze und nahmen den neuen Einstieg oberhalb des Höllentalferners, der wegen des Gletscherrückgangs eingerichtet wurde, genauer unter die Lupe.