Darum gehts
- Drogenboss «El Mencho» in Jalisco unter Militärbewachung beerdigt
- Sein Tod führte zu Strassenblockaden, Bränden und 74 Toten
- USA boten hohes Kopfgeld für seine Festnahme
Ein goldener Sarg, kaum Trauernde und keine Machtdemonstration seines Kartells: Die Beerdigung von Nemesio Rubén Oseguera Cervantes (†59), bekannt als «El Mencho», verlief am Montag überraschend still. Auf dem Friedhof Recinto de la Paz im Bundesstaat Jalisco wurde der einst mächtigste Drogenboss Mexikos unter strenger Militärbewachung beigesetzt. Bilder zeigen, dass der Leichnam des gefürchteten Kriminellen in einen goldenen Sarg gebettet war.
Oseguera war am 22. Februar bei einem Militäreinsatz in Tapalpa schwer verletzt worden und starb auf dem Weg ins Spital. Sein Tod löste landesweit schwere Ausschreitungen aus: Mindestens 74 Menschen starben, darunter Kartellmitglieder, 25 Angehörige der Nationalgarde, ein Justizbeamter und ein Staatsanwaltsmitarbeiter.
In mehreren Bundesstaaten blockierten Kartellanhänger Strassen und setzten Busse sowie Geschäfte in Brand. Auch im WM-Austragungsort Guadalajara kam es zu Bränden, was Sicherheitsbedenken für die im Sommer 2026 geplanten Spiele auslöste.
Vom Polizisten zum meistgesuchten Verbrecher
Bereits mit 14 Jahren bewachte Oseguera Drogenplantagen. Nach illegaler Einwanderung in die USA stieg er in den Heroinhandel ein und sass mehrfach im Gefängnis. Nach seiner Deportation arbeitete er laut der «Times» zeitweise als Polizist in kleinen Küstenorten in Jalisco, bevor er sich endgültig dem Milenio-Kartell anschloss. Später, nach Festnahmen und dem Tod mehrerer Milenio-Anführer, gründete er das Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG).
Unter seiner Führung wurde das CJNG zu einer der brutalsten Verbrecherorganisationen Mexikos und einem der grössten Händler von Kokain, Methamphetamin und Fentanyl in die USA. Die Organisation ist für Morde, Entführungen und Massaker verantwortlich.
Bereits 2018 galt Oseguera als meistgesuchter Verbrecher der Welt. Die US-Regierung setzte ein Kopfgeld von umgerechnet bis zu 11,7 Millionen Franken aus.