Darum gehts
- Tötung von Drogenboss «El Mencho» löst schwere Unruhen in Mexiko aus
- Mindestens acht Bundesstaaten betroffen, brennende Fahrzeuge und Narco-Blockaden
- Air Canada streicht Flüge nach Puerto Vallarta wegen Sicherheitslage
Die Tötung des Drogenbosses «El Mencho» in Mexiko hat schwere Unruhen in den von ihm kontrollierten Gebieten ausgelöst. In den sozialen Medien sind chaotische Szenen aus mehreren mexikanischen Städten zu sehen. Menschen fliehen in Panik, überall wurden Brände entfacht. Bisher bestätigen die Behörden 26 Todesopfer, darunter viele Polizisten. Auch eine schwangere Frau soll unter den Toten sein.
Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als «El Mencho», ist am Sonntag nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco seinen Verletzungen erlegen. Der 59-Jährige war der Anführer des extrem gewalttätigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG; auf Deutsch «Neue Generation Jalisco»). Nun erschüttert eine Gewaltwelle das Land. Das mexikanische Militär hat «El Mencho» mit Hilfe der US-Geheimdienste ausfindig gemacht und den Einsatz anschliessend ausgeführt.
Land versinkt im Chaos
Angesichts der Sicherheitslage haben Fluggesellschaften zahlreiche Verbindungen gestrichen. Air Canada teilte mit, Flüge in den Touristenort Puerto Vallarta «aufgrund einer anhaltenden Sicherheitslage» auszusetzen und riet Passagieren, nicht zum Flughafen zu reisen.
Am Sonntag wurden sogenannte «Narco-Blockaden» mit brennenden Autos, Bussen und Lastwagen in mindestens acht Bundesstaaten gemeldet: Jalisco, Guanajuato, Nayarit, Michoacán, Colima, Guerrero, Tamaulipas und Zacatecas.
In der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, Guadalajara – einer der Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 –, kam es zu chaotischen Szenen: Reisende suchten am Flughafen panisch Schutz, während bewaffnete Männer Fahrzeuge in Brand setzten und laut Videos auch eine Tankstelle anzündeten. In mehreren Läden und Banken in Puerto Vallarta fanden zudem Plünderungen statt.
Menschen verbarrikadieren sich in Häusern
Auch die Stadt Guadalajara wirkte am Sonntagabend wie eine Geisterstadt, da sich viele Menschen in ihren Häusern verbarrikadierten. In mehreren Bundesstaaten wurde der Schulunterricht für Montag abgesagt.
Die genauen Umstände der Tötung von «El Mencho», die Analysten als den grössten Schlag gegen die mexikanischen Kartelle seit mehr als einem Jahrzehnt bezeichneten, sind am Montagmorgen (Schweizer Zeit) noch unklar.
Nicht einmal nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán, des Anführers des Sinaloa-Kartells, im Jahr 2016 war es in Mexiko zu ähnlichen Gewaltvorfällen gekommen. «El Chapo» verbüsst derzeit eine lebenslange Haftstrafe in den USA.
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