Der festgefahrene Friedensprozess kommt wieder in Bewegung. Im November treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi. Das bestätigte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski am Sonntag im TV. Die USA treten dabei als Vermittler auf.
«Wir sind bereit zu diskutieren. Geht es um die territoriale Frage, muss diese auf Führungsebene behandelt werden. Die anderen Themen gehören in technische Arbeitsgruppen. All das kann im November besprochen werden», sagte Selenski.
Selenski bleibt hart
Moskau hatte das Treffen bereits am Freitag angekündigt. Ziel ist es, den seit Anfang Jahr blockierten Dialog wiederzubeleben. Die Friedensgespräche 2025 brachten keinen Durchbruch.
Forderungen aus Moskau blockte Selenski am Sonntag erneut ab. «Die Sicherheitsgarantien, die wir von unseren westlichen Partnern verlangen, die Grösse unserer Armee oder unsere Allianzen sind nicht verhandelbar», stellte er klar. Über die umkämpften Gebiete will er nur direkt mit Russlands Präsident Wladimir Putin verhandeln. Moskau lehnt solche Gespräche auf höchster Ebene bislang ab.
Mit Blick auf den nahenden Winter forderte Selenski zudem eine «Energie-Waffenruhe». Die Ukraine fürchtet erneute Angriffe auf ihre Stromversorgung wie schon 2025. Russland stellt sich jedoch quer: Ein Waffenstillstand komme erst nach einer grundlegenden Einigung infrage. Moskau argumentiert, Kiew würde eine Kampfpause nur für die eigene Aufrüstung nutzen.