Darum gehts
- Laut «Telegraph» belasten Geheimdokumente Oleg L.
- Er soll den Drohnenangriff in Leipzig geplant haben
- Die Drohne traf ein ukrainisches Flugzeug; Moskau dementiert
Der Russe Oleg L.*, der Verbindungen zum russischen Militärnachrichtendienst GRU unterhalten soll, steht im Verdacht, am Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen beteiligt gewesen zu sein. Das berichtet die britische Zeitung «The Telegraph» am Donnerstag. Vertrauliche Geheimdienstdokumente aus Deutschland, Litauen und Polen sowie Interviews mit hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern zeigen demnach, dass L. und ein belarussischer Helfer nach Deutschland gereist sind, um Sabotageakte durchzuführen.
Deutsche Ermittler vermuteten, dass L. den gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig geplant habe. Anschliessend habe er seinen Komplizen beauftragt, seine Pläne auszuführen. Die Ermittler geben weiter an, dass L. eine Woche vor dem Anschlag am Berliner Flughafen ein Auto gemietet und damit in den folgenden Tagen mehrere verdächtige Orte angefahren habe. Medienberichten zufolge reiste er später ungehindert über Serbien nach Russland.
Russland bestreitet Beteiligung
Vor dem versuchten Anschlag soll er am 31. Juli den Flughafen Leipzig in dem Auto umkreist haben. Fünf Tage später prallte eine mit Sprengstoff beladene Drohne gegen den Flügel eines parkierten ukrainischen Frachtflugzeugs. Die Drohne stürzte auf die Landebahn, ohne zu detonieren.
Die deutsche Regierung hatte bereits Anfang September verkündet, dass sie Russland als Drahtzieher hinter dem gescheiterten Drohnenanschlag vermutet. Die «Bild» berichtete schon damals, dass die Ermittler die Spur hinter dem Vorfall einem russischen Geheimagenten zuordnen konnten. Kreml-Chef Wladimir Putin (73) bezeichnete die Schuldzuweisung Deutschlands damals als «schweren Fehler» und sprach von Beweisfälschung.
* Name bekannt