Darum gehts
- Frauenmörder Benjamin Fricke nach Flucht aus Deutschland in Italien gefasst
- Fricke floh mit legal gekauftem Motorrad während Freigangsbesuchs bei seiner Mutter
- Seit 2023 hatte er trotz Untherapierbarkeit 37 Freigänge, floh beim 38
Die Flucht war von kurzer Dauer: Der in Deutschland entflohene Häftling Benjamin Fricke (42) wurde am Donnerstag in Italien festgenommen. Doch der Fall wirft Fragen auf: Wie kann es sein, dass ein hochgefährlicher Frauenmörder immer wieder Freigang bekommt?
Am Dienstag besuchte Fricke laut der deutschen «Bild»-Zeitung mit einem Angestellten des Justizvollzugs seine Mutter. Ganz in der Nähe wartete sein Fluchtfahrzeug: Ein Motorrad, das er sich legal aus dem Gefängnis heraus gekauft hatte und das sogar zugelassen war. Fricke ging kurz allein zur Garage – und gab Gas.
Schreckliches Verbrechen
Vor 15 Jahren hatte Fricke die junge Floristin Melanie R. (†23) in seine Wohnung gelockt und getötet. Er wurde dafür 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis wurde er als «therapeutisch nicht erreichbar» eingestuft. Doch obwohl Fricke frühestens 2030 entlassen werden kann, bekam er seit 2023 immer wieder Freigang.
Das deutsche Recht will es so: Auch Mörder haben Anspruch auf Knast-Lockerungen. Die Freigänge sollen die Täter auf ein Leben in Freiheit vorbereiten.
37 Mal passierte nichts. Beim 38 Mal floh der Häftling. Offenbar vertrauten ihm die Justizbeamten trotz der Untherapierbarkeit inzwischen zu sehr. Eine Fehleinschätzung, bei der katastrophale Folgen möglich gewesen wären.