«Ich werde möglicherweise Zölle einführen»
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Trump droht wegen Grönland:«Ich werde möglicherweise Zölle einführen»

«Es gab ein Kommunikationsproblem»
Jetzt versucht Meloni, Trump zu besänftigen

US-Präsident Donald Trump droht acht europäischen Staaten mit Zöllen, falls Grönland nicht bald zu den USA gehört. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni spricht nun von einem Missverständnis und will vermitteln.
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Trump hegt weiterhin Anspruch auf Grönland.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Trump droht acht EU-Staaten Zölle wegen Grönland-Kauf an
  • Meloni nennt US-Zolldrohung Fehler nach Missverständnis mit Trump
  • Erstes Treffen Meloni-Trump war April 2025, stärkere Nato-Kooperation gefordert
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Die Situation im Grönland-Streit spitzt sich immer weiter zu. Trump hat gegen acht europäische Staaten Zölle angedroht, sollte es nicht bald zu einem US-Kauf der arktischen Insel kommen. Derweil wehren sich die betroffenen Länder und zeigen sich kämpferisch. Handelt es sich beim bevorstehenden Handelskrieg nur um eine Kommunikationspanne?

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) stellt diese Frage am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Seoul, Südkorea. Grund für diese These? Ein Telefonat, das sie offenbar mit US-Präsident Donald Trump geführt hat. 

«Zölle sind ein Fehler»

Trump und Meloni verstehen sich gut. Sie verfolgen in mehreren Politikbereichen ähnliche Ansichten. Beim ersten Treffen zwischen Meloni und Trump im April 2025 schaffte es Meloni, sich als Trump-Verbündete zu positionieren und gleichzeitig den Raum für enge Beziehungen mit den Europäern offenzuhalten. Sie gab an, sie wolle «den Westen wieder gross machen». 

Auch im Grönland-Streit will Meloni offenbar schlichten. Sie gab in Südkorea an, besonders die Missionen, die die betroffenen europäischen Staaten nach Grönland schickten, seien in den USA nicht gut angekommen. 

«Es gab ein Kommunikationsproblem»

Die Zolldrohung sei ein «Fehler», so Meloni. Dies habe sie Trump auch gesagt.

Dessen Entscheid sei vor allem aus einer Fehldeutung heraus entstanden. «Offenbar gab es in dieser Angelegenheit ein Missverständnis und ein Kommunikationsproblem», erklärte die 48-Jährige. 

Denn: Das militärische Personal auf Grönland richte sich nicht explizit gegen die USA, sondern diene dem Schutz vor «anderen, potenziell feindlichen Akteuren». «Die übermässige Einmischung dieser Akteure» müsse verhindert werden. Dies habe sie auch mit Trump besprochen. Damit sind China und Russland gemeint. 

Meloni will Seiten zusammenführen

Die Nato sei «der Ort, an dem wir gemeinsam Abschreckungsinstrumente gegen potenziell feindliche Einmischung in einem strategisch wichtigen Gebiet entwickeln müssen. Ich halte es für eine gute Initiative, dass die Nato damit begonnen hat».

Nun wolle sie mit ihren europäischen Amtskollegen sprechen. «Ich glaube, es ist in dieser Phase sehr wichtig, miteinander zu reden und eine Eskalation zu vermeiden, denn wir können gemeinsam ein sinnvolles und notwendiges Ziel erreichen.»

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