Darum gehts
- Ein vierjähriges Mädchen starb in Palermo an unbehandelter Diphtherie.
- Eltern lehnten Impfung ab, glaubten an Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.
- WHO-Bericht 2025: Kein Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus bestätigt.
Es ist eine Krankheit, die in Italien seit über zehn Jahren nicht mehr aufgetaucht ist. Trotzdem hat die Infektionskrankheit Diphtherie in der Nacht auf Donnerstag ein Menschenleben gekostet. Die vierjährige Anna Rosa B.* starb daran kurz nach 2 Uhr im Spital von Palermo.
Vor einer Woche zeigten sich bei dem Mädchen erste Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Die Mutter hielt es für eine normale Grippe. Wenige Tage später verschlechterte sich Anna Rosas Zustand: Sie hatte Atemnot und ihr Fieber stieg stetig weiter an. Die Eltern brachten das Mädchen in kritischem Zustand ins Spital. Die Ärzte konnten Anna Rosas Leben nicht retten.
Wird Diphtherie frühzeitig erkannt, ist die Krankheit mit Antibiotika behandelbar. Im Falle von Anna Rosa zögerten die Eltern jedoch zu lange damit, ihr Kind in eine Klinik zu bringen.
Eltern sind Impfskeptiker
Gegen Diphtherie gäbe es eine Impfung. Anna Rosa wurde auf Wunsch ihrer Eltern jedoch nicht gegen die Infektionskrankheit geimpft. Wie die italienische Zeitung «La Repubblica» schreibt, waren die Mutter und der Vater des vierjährigen Mädchens überzeugt davon, dass Impfungen Autismus verursachen.
Die Staatsanwaltschaft Palermo hat Ermittlungen zum Tod von Anna Rosa aufgenommen. Ihr Leichnam wurde beschlagnahmt. In den kommenden Tagen wird eine Autopsie durchgeführt.
Anstieg der Fälle in der Schweiz
Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus-Spektrum-Störungen gibt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Dezember 2025. «Impfstoffe, einschliesslich solcher mit Thiomersal und/oder Aluminium, verursachen keinen Autismus», unterstrich die WHO damals in der Mitteilung.
Die Diphtherie-Bakterien befallen die oberen Atemwege und verursachen dort Ablagerungen und Schwellungen, die die Atmung schnell beeinträchtigen. Der Erreger produziert ausserdem ein starkes Gift, das Organe wie Herz und Leber dauerhaft schädigt. Das schreibt das Bundesamt für Gesundheit BAG auf seiner Webseite.
In der Schweiz kommt es seit 2022 zu einem Anstieg der Diphtheriefälle. Die Infektion wurde fast ausschliesslich bei Personen mit unvollständigem oder unbekanntem Impfstatus diagnostiziert, heisst es auf der Webseite weiter.
* Name bekannt