Darum gehts
- Israelischer Minister Ben-Gvir filmt gefesselte Gaza-Aktivisten und veröffentlicht Video
- Frankreich verhängt Einreiseverbot gegen Ben-Gvir nach internationaler Kritik
- Entscheidung von Aussenminister Jean-Noël Barrot am 23. Mai 2026 bekanntgegeben
Das Video sorgte weltweit für Empörung: Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir (50) verhöhnte am Mittwoch gefesselte Gaza-Aktivisten und veröffentlichte ein Video davon anschliessend in den sozialen Medien. Dazu schrieb er: «Willkommen in Israel.»
Auf dem Clip ist unter anderem zu sehen, wie eine Aktivistin, die «Free, free Palestine» ruft, von Polizisten gepackt und anschliessend zu Boden gedrückt wird.
Sittener Generalrätin abgefangen
Der Minister selbst schwenkte vor den knienden Aktivisten eine Israel-Fahne. Die Aktivisten wurden Anfang Woche von der israelischen Marine auf Booten im Mittelmeer abgefangen und anschliessend inhaftiert.
Auch die Sittener Generalrätin Marie Morard (28, Grüne) befand sich an Bord eines abgefangenen Bootes, wie der «Walliser Bote» berichtete. Ihr Ziel war es offenbar, humanitäre Hilfe für die palästinensische Bevölkerung in Gaza zu transportieren. Dafür versuchten die Aktivisten, die von Israel verhängte Seeblockade zu durchbrechen. Eine weitere Schweizerin, Anne Rochat, gab gegenüber RTS zudem an, im Gefängnis Gewalt, Demütigungen und Drohungen erfahren zu haben.
Politiker aus mehreren Ländern sowie die entsprechenden Regierungen verurteilten Ben-Gvirs Clip. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) nannte das Video «unerträglich» und «inakzeptabel». Die irische Aussenministerin Helen McEntee (39) zeigte sich «entsetzt und schockiert».
Frankreich zieht Konsequenzen
Nun hat Frankreich eine erste Konsequenz gezogen. Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot (43) teilte am Samstag mit, dass Ben-Gvir ein Einreiseverbot für Frankreich erhalten habe.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Haftbedingungen in Israel für Empörung sorgen. Bereits im Oktober 2025 wurden über 400 Aktivisten inhaftiert – darunter mehrere Schweizer. Israel hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das israelische Aussenministerium sprach von einer «PR-Aktion im Dienste der Hamas».
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (75) hatte Ben-Gvir am Mittwoch wegen des Videos scharf kritisiert. Israel habe zwar jedes Recht, «provokative Flottillen von Hamas-Unterstützern» zu stoppen, doch die Art und Weise, wie Ben-Gvir mit den Aktivisten umgehe, entspreche «nicht den Werten und Normen Israels».