Darum gehts
- Der El Niño treibt die Oberflächentemperatur im Zentralpazifik erstmals über 30 Grad im Oktober
- Weniger kaltes Wasser liefert weniger Nährstoffe, der Pazifik erscheint im Oktober deutlich blauer
- Weniger Phytoplankton belastet Nahrungsketten, das Schweizer Wetter bleibt schwer vorhersehbar
Der historische El Niño bricht in diesem Jahr alle Rekorde. Anfang Oktober überschritt die Meeresoberflächentemperatur im zentralen Pazifik erstmals die Marke von 30 Grad. In einigen Regionen misst das Wasser in 150 Metern Tiefe zudem immer noch etwa 25 Grad.
Das Wetterphänomen lässt aber nicht nur die Temperatur des Meeres verrückt spielen, es hat jetzt sogar Auswirkungen auf die Farbe des Pazifiks. Das zeigen Satellitenkarten der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die im Oktober enthüllt wurden. Sie zeigen: Dem Pazifik fehlt mittlerweile seine typisch grüne Farbe.
Auswirkungen auf Ökosystem
Normalerweise steigt vor der Küste Südamerikas nämlich kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe auf, weil die Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen treiben. Dieses kalte Wasser bietet eine optimale Nahrungsgrundlage für Phytoplankton, was dem Pazifik einen grünlich-schimmernden Glanz verleiht.
Der El Niño schwächt jedoch die Passatwinde ab. Dementsprechend steigt weniger kaltes Wasser auf und es gibt weniger Nährstoffe für Phytoplankton an der Oberfläche. Das sorgt wiederum dafür, dass der Pazifik im Oktober 2026 ungewöhnlich blau ist. «Manche denken, Wasser sei einfach nur blau, aber die Vielfalt an Farben, die der Ozean annehmen kann, ist erstaunlich», sagt Forscher Matthew Kehrli von der Nasa.
El Niño auf Wetterkarten erkennbar
Dieser Mangel an Phytoplankton kann gravierende Konsequenzen für das Ökosystem des Pazifiks haben. Laut «Focus» dienen die Pflanzen als elementare Nahrungsquelle für unzählige Lebewesen im Wasser, etwa Muscheln, Schwämme und Korallen.
Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Auswirkungen des El Niño auf Wetterkarten deutlich zu erkennen sind. Ende September zeigten Daten des peruanischen Wetterdienstes Senamhi, dass sich von der Küste vor Ecuador und Peru aus zwei lange Arme warmen Wassers bis tief in den Pazifik hinein erstrecken.
Seinen Zenit erreicht der El Niño voraussichtlich im Dezember. Wie sich das auf das Wetter in der Schweiz auswirken wird, ist momentan noch schwer vorherzusagen. Laut dem Deutschen Wetterdienst zeigen Beobachtungen vergangener El-Niño-Ereignisse im Frühwinter ein mildes und niederschlagsreiches Wetter in Westeuropa.