Rekord-Temperaturen im Pazifik
Dem Super-El-Niño wächst jetzt ein zweiter Arm

Im Pazifik breitet sich beim stärksten je gemessenen El Niño offenbar ein zweiter Arm warmen Wassers aus. Was das für den Schweizer Winter bedeutet, ist offen – möglich sind milde, nasse Phasen, aber auch Kaltlufteinbrüche.
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Dem Rekord-El-Niño im Pazifik wächst ein zweiter Arm südlich des Hauptbeckens.
Foto: Senamhi

Darum gehts

  • Im Pazifik bildet sich beim stärksten gemessenen El-Niño südlich ein zweiter Warmwasserarm aus
  • Am 5. Oktober lag die zentrale Pazifikregion erstmals über 30 Grad; der Höhepunkt folgt im November und Dezember
  • Für die Schweiz bleibt offen, ob der Winter mild und nass wird oder Kaltlufteinbrüche bringt
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Mattia JutzelerRedaktor News

Der Name El Niño ist gerade in aller Munde. Das Wetterphänomen sorgt 2026 weltweit für Schlagzeilen. Am 5. Oktober überschritt die Meeresoberflächentemperatur in einer zentralen Pazifikregion erstmals die Marke von 30 Grad. Noch nie seit Beobachtungsbeginn wurde ein stärkeres El-Niño-Ereignis registriert als in diesem Jahr.

Was besonders erstaunlich ist: Das Wetterphänomen soll in den kommenden Wochen noch an Stärke gewinnen. Das zeigen jetzt auch aktuelle Daten des peruanischen Wetterdienstes Senamhi. Auf den neusten Wetterkarten sieht es fast so aus, als ob dem El Niño im Pazifik ein zweiter Arm wüchse.

Ausbreitung südlich vom Hauptarm

Eine Wetterkarte von Ende September zeigt die Ausmasse des aktuellen El Niño. Von der Küste vor Ecuador und Peru aus erstreckt sich ein langer Arm warmen Wassers bis tief in den Pazifik hinein. Zwei Wochen später zeigten dann neue Messungen, dass sich weiter südlich ein zweiter Arm im Pazifik ausbreitet. Dieses neue Gliedmass zweigt deutlich vom Hauptbecken warmen Wassers ab.

Dieser zweite Arm sorgt dafür, dass nun in einem viel grösseren Gebiet des östlichen Pazifiks überdurchschnittliche Meeresoberflächentemperaturen herrschen, berichtete auch die «Daily Mail». Diese Fläche wird sich in den kommenden Wochen wohl noch ausbreiten. Der Höhepunkt dieses El-Niño-Phänomens dürfte laut den neuesten Berechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) erst in den nächsten acht bis zwölf Wochen erreicht sein.

Mildes und niederschlagsreiches Wetter möglich

Seinen Zenit erreicht der El Niño also voraussichtlich im Dezember. Wie sich dieser Höhepunkt auf das Wetter in der Schweiz auswirken wird, ist momentan noch äusserst schwer vorherzusagen.

Laut dem deutschen Wetterdienst zeigen Beobachtungen vergangener El-Niño-Ereignisse im Frühwinter häufig ein mildes und niederschlagsreiches Wetter in Westeuropa. Ursache dafür ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte Westwindzirkulation, die milde und feuchte Atlantikluft nach Europa bringt.

Ob dieser Effekt auch in diesem Jahr eintreffen wird, bleibt abzuwarten. Der Statistik zufolge treten diese Wetterbedingungen nämlich nicht bei jedem El-Niño-Ereignis auf. Andere Studien zeigen zudem, dass das Wetterphänomen im Winter die atmosphärischen Voraussetzungen für Kaltlufteinbrüche nach Europa begünstigen kann. Grossräumige Wetter- und Meeresbedingungen, die sich aktuell nur schwer vorhersagen lassen, beeinflussen das Winterwetter hierzulande ausserdem ebenfalls stark.

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