Darum gehts
- Kinderbande in Leipzig begeht zahlreiche Straftaten und versetzt Anwohner in Angst
- Polizei sind Täter bekannt, doch aufgrund des Alters gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten
- 150 Verfahren werden untersucht, Bande besteht aus etwa 14 Mitgliedern
Sie sind zum Teil gerade einmal elf Jahre alt und bereits Serientäter. Eine Kinderbande versetzt die deutsche Stadt Leipzig in Angst und Schrecken. Etwa 14 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen Monaten unzählige Straftaten begangen, berichtet «Bild». Diebstahl, Raub, Gewalt und Randale – die Liste der Verbrechen ist lang.
Noch liessen sich die genauen Fallzahlen für das Jahr 2025 nicht beziffern. Doch eine eigene Ermittlungsgruppe untersuche bereits 150 Verfahren, erklärt Polizeisprecher Moritz Peters gegenüber der Zeitung.
«Alle haben Angst, aber die Polizei kann nichts tun»
Anwohner fürchten sich vor den Terror-Kids. «Es ist furchtbar. Die machen hier, was sie wollen. Alle haben Angst, aber die Polizei kann nichts tun, weil die so jung sind. Die lassen die immer wieder laufen», sagt eine Verkäuferin aus Leipzig-Grünau gegenüber «Bild».
Begonnen habe alles im Plattenbauviertel im Westen der Stadt, doch mittlerweile habe die Kinderbande das ganze Stadtgebiet zu ihrem Revier erklärt. Die Täter sind Polizei und Jugendamt bekannt. Wie «Bild» berichtet, setze sich die Bande aus Migrantenkindern und Einheimischen zusammen.
Jugendamt verspricht Sofortmassnahmen
Das Problem: Die meisten von ihnen sind strafunmündig. Als strafmündig gilt man in Deutschland erst ab 14 Jahren.
Auch die Eltern fühlen sich machtlos. Eine Mutter zweier Bandenmitglieder, die vor über zehn Jahren aus dem Südsudan eingewandert ist, sagt zu «Bild»: «Ich brauche Hilfe. Manchmal habe ich selbst Angst.» Ihre Söhne seien in falsche Kreise geraten, meint sie.
Der Polizei sind aufgrund des Alters der Terror-Kids rechtlich weitestgehend die Hände gebunden. Es liegt daher vor allem am Jugendamt, die Situation in Leipzig zu lösen. Der kommissarische Leiter, Silko Kamphausen, betont, dass es Sofortmassnahmen aus «Intervention und Repression» brauche. Eine Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen der Jugendhilfe sei das letzte Mittel.