Darum gehts
- Ukrainischer Bankier Alexander Adarich (54) stürzte am 23. Januar 2026.
- Zeugen sahen Verdächtigen am Fenster, Autopsie-Bericht steht noch aus.
- In der Wohnung fanden Ermittler mehrere Ausweise mit Adarichs Identität.
Ein Todesfall in Mailand stellt die Polizei vor ein Rätsel. Vergangenen Freitag stürzte der ukrainische Bankier Alexander Adarich (†54) aus dem Fenster im vierten Stock einer B&B-Wohnung in der Via Nerino in Mailand.
Die Concierge des Wohngebäudes hatte einen dumpfen Aufprall gehört und Adarichs Leiche im Innenhof des Gebäudes entdeckt, wie der «Corriere della Sera» berichtet.
Auffällig: Die Concierge soll einen Mann beobachtet haben, der sich aus dem entsprechenden Fenster lehnte, berichten mehrere italienische Medien übereinstimmend. Dieser sei kurz nach dem Sturz in den Innenhof gekommen, habe die Frau auf Englisch «Was ist passiert?» gefragt und sei schliesslich spurlos verschwunden.
War der Manager schon tot, bevor es zum Fenstersturz kam?
Zudem sollen sich laut Polizeiermittlungen wenige Minuten vor dem Sturz mehrere Männer gemeinsam mit Adarich in der Wohnung aufgehalten haben, berichtet «Corriere della Sera». Noch stehe der Autopsiebericht aus, doch die Indizien verwiesen bereits darauf, dass es sich um einen vorgetäuschten Suizid zum Verdecken eines Verbrechens handeln könnte, so die italienische Zeitung.
Soll heissen: Möglicherweise war der 54-Jährige schon tot, als es zu dem Fenstersturz kam. In der Wohnung sollen ausserdem mehrere Ausweisdokumente gefunden worden sein – mit anderen Nationalitäten, doch alle mit Fotos und der Identität des Opfers. Die Ermittler wollen nun herausfinden, wieso Adarich in Mailand war und mit wem er sich getroffen haben könnte.
Der rätselhafte Tod von Adarich ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren gab es mehrere mysteriöse Todesfälle. Allerdings traf es immer Russen.
Top-Manager enthauptet unter Brücke gefunden
Am 8. September 2025 ereignete sich ein besonders brutaler Todesfall. Der russische Top-Manager Alexei Sinizyn (†43), CEO des Kali-Produzenten K-Potash Service, wurde enthauptet unter einer Brücke in Kaliningrad aufgefunden. Die Leiche sei mit einem daran befestigten Abschleppseil gefunden worden, zitierte die «Moscow Times» aus Ermittlerkreisen.
Laut einer von der Wirtschaftszeitung «Vedomosti» zitierten Quelle aus Strafverfolgungskreisen soll Sinizyn Selbstmord begangen haben. Wie es dabei jedoch zur Enthauptung gekommen ist, scheint unklar.
Bauunternehmer mit gefesselten Händen erhängt
Nur rund zwei Wochen später wurde der Bauunternehmer und Lokalpolitiker Witali Kapustin (†43) in einem Wald in der Nähe des russischen Dorfes Noworoschdestwenskaja an einem Baum hängend aufgefunden. Seine Leiche war dabei mit einem Seil am Baum angebracht, welches zusätzlich an seinem eigenen Geländewagen befestigt war.
Auffällig waren Zeugenberichte, nach denen die Hände des Bauunternehmers auf dem Rücken gefesselt gewesen sein sollen. Staatliche Ermittler teilten der lokalen Nachrichtenagentur «KP-Kuban» mit, dass sein Tod «keine kriminellen Hintergründe zu haben scheint».
Oligarchenfamilien sterben durch fast identische Umstände
Die Todesfälle zweier Oligarchenfamilien sorgten im April 2022 für Aufsehen. Denn sie ereigneten sich innert 48 Stunden und wiesen ähnliche Umstände auf.
Am 18. April 2022 wurden Gazprombank-Vizechef Wladislaw Awajew (†51), seine Frau und seine Tochter (†13) tot in ihrem Moskauer Apartment aufgefunden. Medienberichten zufolge kamen sie durch Schussverletzungen ums Leben. Laut Ermittlern soll Awajew seine Frau und seine Tochter getötet und sich anschliessend selbst das Leben genommen haben.
Einen Tag später wurden der ehemalige Manager des Gaskonzerns Novatek Sergej Protosenja (†56), seine Frau und seine Tochter (†18) tot in ihrem Ferienhaus im spanischen Lloret de Mar aufgefunden. Frau und Tochter starben laut «Daily Telegraph» an Hieb- und Stichverletzungen, Protosenja wurde erhängt aufgefunden. Auch hier ging die Polizei von einem Mehrfachmord und anschliessendem Selbstmord aus.