Darum gehts
- 27-jähriger Chinese wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung in München angeklagt
- Er betäubte, missbrauchte und filmte Freundin, Taten über Monate 2024
- 18 Verhandlungstage angesetzt, Urteil im Prozess Ende März erwartet
Es sind schockierende Vorwürfe, die in Deutschland gegen einen Studenten aus China erhoben werden: Der heute 27-Jährige ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen angeklagt.
Ausserdem werden ihm gefährlicher Körperverletzung, besonders schwere Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung mit Todesfolge vorgeworfen.
Nun hat am Landgericht München der Prozess gegen den Chinesen begonnen. Sein Mandant wolle sich irgendwann im Laufe des Prozesses zu den Vorwürfen äussern, sagte sein Anwalt. «Aber nicht heute und nicht morgen.»
Sedierte Freundin gefilmt
Der Angeklagte aus China soll seine Freundin betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Dass sie wegen der verabreichten Medikamente nicht starb, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft reiner Zufall. 18 Verhandlungstage hat das Gericht für die Verhandlung angesetzt, das Urteil könnte Ende März fallen.
Der Student soll sich dabei gefilmt haben, wie er seine sedierte Nachbarin und Freundin, die ebenfalls aus China stammt, missbrauchte. Die Betäubungsmittel bestellte er den Ermittlungen zufolge unter anderem über den Messenger-Dienst Telegram. Die Taten erstreckten sich laut Staatsanwaltschaft über mehrere Monate im Jahr 2024. Weil der Mann in Kauf genommen haben soll, dass die betäubte Frau sterben konnte, lauten die Vorwürfe auch auf versuchten Mord.
Mit anderen Männern ausgetauscht
Ausserdem soll er sich im Internet mit anderen Chinesen, die ähnliche sexuelle Fantasien über derartige Verbrechen an Frauen teilten, ausgetauscht haben. Ihnen soll er auch Bilder von den Taten geschickt haben – er sendete sie laut den Ermittlern an eine gemeinsame Chat-Gruppe. Gegen mindestens einen weiteren Beschuldigten wird ermittelt.
Wie viele weitere Tatverdächtige es gibt, teilt die Staatsanwaltschaft München auf Anfrage nicht mit. Sie gibt auch nicht bekannt, wie die Taten entdeckt wurden.
Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot (72), die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war. Ihr Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren.