Darum gehts
- Iran richtet 19-jährigen Ringer Saleh Mohammadi am 19. März hin
- Menschenrechtsgruppen kritisieren erzwungene Geständnisse und konstruierte Vorwürfe scharf
- Iran führte seit 2023 mehrere Hinrichtungen nach Protesten durch
Allen Drohungen der USA zum Trotz beginnt der Iran mitten im Krieg damit, Demonstranten hinzurichten. Der 19-jährige iranische Ringer und frühere Jugendmeister Saleh Mohammadi wurde am Donnerstag laut mehreren Menschenrechtsorganisationen von der Justiz der Islamischen Republik öffentlich getötet.
Laut der regimenahen Nachrichtenagentur Mizan war Mohammadi zusammen mit zwei anderen Männern wegen eines angeblichen bewaffneten Angriffs auf zwei Polizisten in der Stadt Ghom am 8. Januar 2026 zum Tode verurteilt worden. Die Polizisten seien bei diesem Angriff ums Leben gekommen.
Laut der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» erfolgte die mutmassliche Attacke im Rahmen der Demonstrationen gegen das Mullah-Regime von Anfang des Jahres. Die iranische Regierung hatte die Proteste damals gewaltsam niedergeschlagen. Genaue Opferzahlen liegen bis heute nicht vor. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen reichen von einigen Tausend bis zu mehreren Zehntausend erschossenen Demonstranten.
Anschuldigungen von Menschenrechtsorganisationen
Der für seine sportlichen Erfolge bekannte Mohammadi war 2024 Mitglied des iranischen U-19-Kaders im Freistilringen. Menschenrechtsorganisationen und iranische Oppositionelle werfen dem Regime vor, die Anschuldigungen gegen die drei Männer konstruiert und ihre Geständnisse unter Folter erzwungen zu haben.
Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» weiter berichtet, führten die iranischen Behörden nach den Anti-Mullah-Protesten 2022 bereits mehrere Hinrichtungen von Sportlern durch. Darunter waren der Karate-Meister Mohammad Mehdi Karami und der Jugendtrainer Seyed Mohammad Hosseini, die am 7. Januar 2023 gehängt wurden.