Darum gehts
- Ein 15-Jähriger überlebte zwei Tage im eiskalten Beringmeer bei Alaska
- Sein Bruder und Cousin starben; der Junge kniete auf dem gekenterten Boot
- Rettung nach 4 Stunden; Boot lag 6 km östlich von St. Lorenz
Ein Fischerboot hat am Montag einen 15-Jährigen aus der eiskalten Beringsee vor Alaska gerettet. Das Boot des Teenagers war beim Fischen gekentert. Für seinen Bruder und seinen Cousin kam jede Hilfe zu spät.
Ein Video zeigt die dramatische Rettung: Der 15-Jährige kniete hilflos auf der Unterseite des gekenterten Boots.
Gefährlicher Ausflug
Am späten Freitagabend verliess das Boot der drei jungen Fischer das Dorf Savoonga, bewohnt von den Ureinwohnern Alaskas. Es liegt auf der abgelegenen Insel St. Lorenz, auf der die Anwohner traditionell Selbstversorger sind. Die drei Jungen brachen gemeinsam zu einer Fahrt auf, um Heilbutt zu fangen. Sie wollten am Sonntagmorgen ins Dorf zurückkehren.
Als die drei Fischer nicht auftauchten, schlug das Dorf Alarm. Wegen eines schweren Sturms konnte die Küstenwache vorerst nicht ausrücken.
Spektakuläre Rettung
Am Montagmorgen liessen die Wetterbedingungen schliesslich eine Suchaktion zu. Die US-Küstenwache sowie die US-Luftwaffe unterstützten die Suche. Gegen 10.30 Uhr Ortszeit entdeckte ein Suchflugzeug das Boot des Jugendlichen etwa sechs Kilometer östlich der Insel und alarmierte ein Rettungsschiff.
Erst nach vier Stunden traf das Rettungsschiff ein, wie Kapitän Adam White der «Anchorage Daily News» erzählte. Zu dem Zeitpunkt verharrte der Junge schon mehrere Tage auf dem etwa 4 Grad kalten Meer. Das Rettungsteam barg den Jungen mit Hilfe eines Krans und einer Rettungstrage.
Neben Anzeichen von Unterkühlung blieb der Junge körperlich unversehrt. Die Besatzung wärmte den Unterkühlten mithilfe von Decken auf. Der Kapitän bewundert, wie tapfer sich der 15-Jährige zeigte.
Tragischer Verlust
Der Bruder des geretteten Jungen trieb leblos unter dem Boot, als die Rettungskräfte eintrafen. Der Cousin, der das Kentern anfänglich überlebte, konnte sich in der Nacht vor der Rettung nicht mehr auf dem umgekippten Boot halten und ertrank. Beide Leichname wurden geborgen und an Land gebracht.