Darum gehts
- Die Ukraine entwickelt einen beweglichen Drahtzaun.
- Er soll Glasfaser-FPV-Drohnen zu 95 Prozent stoppen.
- Russland nutzt Geran-Drohnen; Pornosteuern könnten helfen.
Innovationen sind im Ukraine-Krieg entscheidend. Sowohl in der Offensive als auch bei der Verteidigung hat diejenige Seite mit der besten Technologie einen entscheidenden Vorteil.
Mit einer neuen Erfindung will sich die Ukraine jetzt diesen Vorteil verschaffen. Dabei handelt es sich um einen motorisierten Drahtzaun. Die Drähte zwischen den Pfosten sind mit Haken besetzt und können sich hin und her bewegen. Und an den Pfosten sind Schneidblöcke montiert, die an Scheren erinnern. Doch wozu das Ganze?
Kabel einfangen und durchtrennen
Der Zaun von der ukrainischen Firma Logika aus Kiew soll bei der Verteidigung gegen russische Drohnen helfen. Die Russen setzten nämlich vermehrt Drohnen ein, die durch ein Glasfaserkabel mit der Fernsteuerung des Piloten verbunden sind. Der Zaun soll genau diese Kabel einfangen und durchtrennen, damit der Pilot die Verbindung zur Drohne verliert und diese folglich nutzlos wird.
Die erwähnten Drohnen mögen altmodisch wirken und ausserdem ist Glasfaserkabel verhältnismässig teuer. Dass Russland trotzdem auf sie setzt, liegt daran, dass sie ohne klassische Funkverbindung auskommen. Somit kann diese Art von Drohne nicht durch ukrainische Störsender behindert werden, wie der «New Scientist» erklärt.
Zielerfassung mit KI
Laut Hersteller Logika funktioniert das Durchschneiden von Kabeln in 95 Prozent der Fälle. Anhand des Geräuschs erkennt ein Sensor am Zaun die Drohne, dann folgt in ein bis maximal fünf Sekunden der Schnitt.
Experten schätzen, dass rund 60 Prozent der russischen First-Person-View-Drohnen mit Glasfaser funktionieren. First-Person-View-Drohnen sind Drohnen, bei denen der Pilot das Fluggerät aus der Sicht steuert, als würde er im Cockpit der Drohne sitzen.
Moskau setzt auf eine Vielzahl an verschiedenen Drohnen. Erst letzte Woche rückte die neue Drohne namens Geran-5 ins Visier. Sie sieht aus wie ein Marschflugkörper und ist bis zu 600 km/h schnell. Ausserdem verfügt sie über Nachtsichtkameras und eine automatisierte Zielerfassung, die durch künstliche Intelligenz unterstützt wird.
Legale Pornos dank Drohnen?
Weiterhin in grosser Zahl im Einsatz sind Einweg-Drohnen des Typs Geran-2. Sie sind eine Kopie der iranischen Shahed-136-Drohne, denn Moskau wird im Krieg von der Islamischen Republik unterstützt. Schon kurz nach der russischen Invasion hat sich die Geran-2 als fester Bestandteil von russischen Luftangriffen etabliert.
Wie wichtig Drohnen im Ukraine-Krieg sind, zeigt eine Reportage von Blick-Journalistin Helena Graf in Kiew. Sie sprach mit Pornodarstellerinnen, die viel Geld verdienen, dieses aber im Ausland versteuern, da Pornografie in der Ukraine illegal ist. Jetzt will das Land Pornografie legalisieren. Ein Argument dafür: Mit den Steuereinnahmen könnten tausende Drohnen finanziert werden.