Die schlimmsten Erdbeben der letzten Jahre
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Von der Türkei bis Indonesien:Die schlimmsten Erdbeben der letzten Jahre

Venezuela in Trümmern
Die schlimmsten Erdbeben der Geschichte

Venezuela wurde in der Nacht auf Donnerstag von zwei schweren Erdbeben getroffen. Mit einer Stärke von 7,2 und 7,5 haben die Beben massive Schäden verursacht und die Angst vor Zehntausenden Opfern geschürt.
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Zwei Erdbeben haben in Venezuela schwere Schäden hinterlassen. Die Erdbeben mit Stärke 7,2 und 7,5 trafen das Land innerhalb von weniger als einer Minute.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttern Venezuela am 25. Juni
  • Gebäude eingestürzt, Rettungskräfte suchen nach Vermissten, Angst vor vielen Toten
  • Stärke 7,5: gehört zu den stärkeren Erdbeben laut Richterskala
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Zwei schwere Erdbeben haben Venezuela in der Nacht auf Donnerstag erschüttert. Gebäude sind eingestürzt oder wurden schwer beschädigt, während die Rettungskräfte weiterhin nach Vermissten suchen – die Angst vor Zehntausenden Toten wächst. Die Beben hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5 auf der Richterskala. Ein Wert, der zu den stärkeren Erdbeben zählt.

Die Behörden warnen vor weiteren starken Nachbeben und bereiten sich auf ein mögliches Katastrophenszenario vor. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Erdbeben haben bereits in der Vergangenheit das Leben von Millionen Menschen verändert. Ein Überblick.

Türkei, 2023 – Stärke 7,8

Zwei schwere Erdbeben haben im Februar 2023 den Südosten der Türkei und Teile Syriens erschüttert. Bereits nach kurzer Zeit ist klar: Tausende Menschen sind gestorben. Die Beben hatten eine Stärke von 7,8 und 7,5 auf der Richterskala. Nach der Erdbebenkatastrophe wurden in beiden Ländern insgesamt 62'013 Tote geborgen und mehr als 125'000 Verletzte registriert. Es ist das Erdbeben mit der höchsten Opferzahl seit dem Erdbeben in Haiti 2010 und übertrifft damit die Anzahl der registrierten Opfer des Tōhoku-Erdbebens 2011 vor der Küste Japans. Gemäss UNESCO verursachte das Beben auch Beschädigungen und Zerstörungen an mehreren Welterbestätten.

Japan, 2011 - Stärke 9,1

Das schlimmste Erdbeben der letzten Jahre traf Japan. Die grauenhaften Folgen: 18'000 Tote, 375'000 zerstörte Gebäude, vier gebrochene Dämme und die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Der Tsunami soll bis zu 38 Meter hoch gewesen sein. Es handelt sich um das stärkste Beben, das je in Japan aufgezeichnet wurde. Millionen Haushalte waren betroffen. Kaiser Tennō Akihito wandte sich damals in einer Fernsehansprache ans Volk, um der Bevölkerung Mut zuzusprechen. Das erste Mal, dass sich der Kaiser via Fernsehen ans Volk wandte und das zweite Mal überhaupt, dass er sich zu einem aktuellen Ereignis äusserte.

Chile, 2010 - Stärke 8,8

Chile liegt am Rand der südamerikanischen Platte. Unter diese schiebt sich die rein ozeanische Nazca-Platte, was immer wieder Beben zur Folge hat. 2010 ein besonders schweres: 12'000 Menschen wurden verletzt, über 800'000 obdachlos. Es folgten Nachbeben mit einer Stärke von bis 6,6. Wegen des starken Erdbebens wurde die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit verschoben, damit die Dämmerung Obdachlosen keine Nachteile bringt.

Indischer Ozean, 2004 - Stärke 9,1 bis 9,3

Es gilt als das tödlichste Erdbeben überhaupt und forderte rund 230'000 Leben, davon 165'000 allein in Indonesien. Auch Sri Lanka, Indien und Thailand wurden schwer getroffen. Über 1,7 Millionen Küstenbewohner im Indischen Ozean verloren ihr Zuhause. Das Epizentrum des Bebens lag vor der Westküste Sumatras. Die freigesetzte Energie entspricht etwa 475 Megatonnen TNT. Da es im Indischen Ozean damals kein Tsunami-Warnsystem gab, wurde das Gebiet besonders schlimm getroffen.

Gölcük, 1999 – Stärke 7,6

Am 17. August 1999 kam es in der Türkei zu einem Jahrhundertbeben der Stärke 7,6. Insgesamt 18'373 Menschen kamen ums Leben, 48'901 wurden verletzt. Gemessen wurde es um 3.01 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag 80 Kilometer östlich von Istanbul. Die eurasische und die anatolische Erdplatte gerieten aneinander. Sogar ein Tsunami war die Folge. Im Marmarameer gab es bis zu 2,5 Meter hohe Wellen.

Alaska, 1964 - Stärke 9,2

Das sogenannte Karfreitagsbeben gilt als stärkstes Beben der US-Geschichte. Das Epizentrum lag im südlichen Teil Zentral-Alaskas. Es starben 139 Menschen, die meisten von ihnen durch Tsunamis, die durch Fjorde fegten. Ihre Maximalhöhe: monströse 67 Meter

Chile, 1960 – Stärke 9,5

Das schwerste Erdbeben, das je aufgezeichnet wurde, machte über zwei Millionen Menschen in Chile obdachlos. Das entspricht einem Viertel der damaligen Bevölkerung. Das Beben dauerte vier Minuten und zog in den folgenden Tagen Hunderte Nachbeben nach sich. Die freigesetzte Energie entspricht 180 Gigatonnen TNT. Die Erschütterung verschob sogar die Erdachse um drei Zentimeter. Da Chile gut auf das Beben vorbereitet war, starben glücklicherweise viel weniger Menschen als bei einem solchen Beben sonst zu erwarten wäre. Das Beben verursachte einen Tsunami, der sogar in Japan noch eine Höhe von fünf Metern erreichte. (tva)

Kamtschatka, Russland, 1952 - Stärke 9

Kamtschatka ist eine Halbinsel im östlichen Teil Russlands. Vom Beben getroffen wurde aber das südlicher liegende Severo-Kurilsk, ein Dorf mit damals etwa 6000 Einwohnern. Das Beben verursachte drei Tsunami-Wellen, die bis zu 18 Meter hoch waren. Die Dorfbewohner flohen auf die Hügel und entkamen der ersten Welle. Viele gingen jedoch zu früh zurück und wurden von der zweiten Welle erfasst. Ein Drittel der Dorfbewohner starb.

Assam-Tibet, 1950 - Stärke 8,6

Am 15. August 1950 traf ein heftiges Erdbeben das Grenzgebiet zwischen Tibet und der indischen Provinz Assam. Rund siebzig Dörfer wurden zerstört. Heftige Fluten waren die Folge, und acht Tage nach den Erschütterungen brach ein Damm – eine sieben Meter hohe Wasserwand traf auf umliegende Dörfer. Sogar Seismologen in England und Norwegen konnten die Erschütterungen in stehenden Gewässern beobachten.

Ecuador & Kolumbien, 1906 - Stärke 8,8

Als in Hawaii plötzlich Flüsse trocken lagen, war klar: Es kommt ein Erdbeben – und das heftig. Das Epizentrum lag ausserhalb der Küste Ecuadors nahe der Grenze zu Kolumbien. In Hawaii wurden die Flüsse später geflutet, Kolumbien und Ecuador traf ein schwerer Tsunami und forderte über 1000 Todesopfer.

Arica, Peru (heute Chile), 1868 - Stärke 9

Vier Stunden nach dem ersten Schock durch das Erdbeben trafen Wellen mit einer Höhe von bis zu 16 Metern die Küste. Ein US-Kriegsschiff wurde zwei Meilen ins Land hinein geschwemmt. Über 25'000 Menschen kamen um, viele Dörfer wurden zerstört.

Lissabon, 1755 – Stärke zirka 8,7

Ein Erdbeben, dessen Stärke nur geschätzt werden kann, zerstörte 1755 fast die komplette portugiesische Hauptstadt. Augenzeugen berichteten, die Erde sei kurz nach halb zehn Uhr morgens «aufgerissen» worden. Erst seien Feuer ausgebrochen, dann hätten riesige Flutwellen die Stadt getroffen und unzählige Gebäude umgerissen – darunter den Palast und mehrere Kirchen. Zwischen 30'000 und 100'000 Einwohner starben. Der Premierminister forderte Untersuchungen, was den Anstoss zur Erdbebenforschung gab.


 

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