Darum gehts
- Eine Boeing 787-9 streift in München beim Start den Boden, Passagiere in Todesangst
- Vietnam Airlines nennt technisches Problem als Startverzögerungsgrund
- 280 Passagiere, zwei Stunden Kreisen, beschädigte Piste, Startbahn gesperrt
Der Flug VN34 Richtung Hanoi startete am Samstagnachmittag mit mächtig Verspätung – im wahrsten Sinne des Wortes. Erst 120 Meter nach dem Ende der Piste hob die Boeing 787-9 ab. Dabei streifte das Heck den Boden. Eine gewaltige Staubwolke wirbelte auf. Die Pistenbegrenzung wurde beschädigt.
Die Passagiere an Bord der Maschine erlebten Todesangst. «Wir dachten, unser letztes Stündlein hätte geschlagen», schildert eine Frau der Münchner Zeitung «tz». Sie sass mit ihrem Mann und zwei Töchtern an Bord.
Ausnahmezustand in der Kabine
Statt nach Vietnam ging es in die Warteschleife. Die Piloten kreisten zwei Stunden über dem Flughafen, um Kerosin abzulassen. In der Kabine herrschte Ausnahmezustand: Die Crew wies die Passagiere an, die Schuhe auszuziehen. Alle mussten die Schutzhaltung einnehmen – Kopf runter, Hände über den Nacken.
Um 16 Uhr folgte das Aufatmen: Der Dreamliner landete sicher auf einer anderen Piste in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Feuerwehr wartete bereits. Das Fahrwerk rauchte und war stark beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Alle 280 Passagiere kamen mit dem Schrecken davon.
Vietnam Airlines entschuldigt sich
Die Startbahn blieb stundenlang gesperrt. Das sorgte für viele Verspätungen in München. Flughafensprecher Robert Wilhelm stellt klar: «Die Sicherheit am Flughafen München hat höchste Priorität.» Die Notfallketten hätten in diesem Fall «einwandfrei funktioniert».
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt nun zu dem Vorfall. Vietnam Airlines entschuldigte sich derweil in einem Statement für die «Unannehmlichkeiten» und nannte ein technisches Problem als Ursache für den verspäteten Start.