Ein Wanderer betritt die Rauthhütte in der Leutasch (A). Er hat ein Plakat dabei. Darauf: das Foto seiner Tochter Carolin (25). «Er stellte sich als Vater der vermissten jungen Frau vor», erzählt Hüttenwirt Andreas Rauth der «Kronen Zeitung». Der Deutsche bittet ihn, das Plakat aufhängen zu dürfen. «Das war natürlich eine Selbstverständlichkeit, ihm den Gefallen zu tun», so Rauth.
Der Vater sucht im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern auf verschiedenen Gipfeln nach seiner Tochter. Er will auf die Hohe Munde (2662 m). Im Gipfelbuch möchte er nachsehen, ob Carolins Name dort steht.
«Er machte einen gefassten Eindruck»
Der Hüttenwirt rät ihm ab. «Ich sagte ihm, dass bei der grossen Zahl an Besuchern dieses Berges Carolin wohl aufgefallen wäre.» Ob der Vater trotzdem hinaufsteigt, weiss Rauth nicht. «Der Vater machte auf mich einen gefassten Eindruck. Aber das war nur das äussere Erscheinungsbild, man weiss nicht, wie es ihm wirklich geht.»
Am Tag darauf nimmt ein Bekannter des Wirts an einem Rundflug teil. «Ich habe ihn gebeten, aus der Luft die Munde näher unter die Lupe zu nehmen. Ein Farbfleck würde wohl auffallen.» Das Ergebnis: negativ.
Polizei bittet nach Hinweisen
Carolin gilt als sehr bergaffin. Die Hessin ist wohl zum Wandern in die Region gekommen. Seit dem 6. September wird sie vermisst. Vor ihrem Verschwinden war sie auf der Wettersteinspitze an der Grenze zwischen Bayern und Tirol, gesehen wurde sie in Garmisch. Auch in Mittenwald (D) war sie unterwegs. Möglicherweise hielt sie sich zwischen Leutasch und Ehrwald auf.
Carolin ist 1,75 Meter gross, sehr schlank und sportlich. Sie hat mittellange blonde Haare und blaue Augen. Zuletzt trug sie bei Wanderungen einen rot-grauen Deuter-Rucksack, eine grau-rosa Fleecejacke von North Face und graue Scarpa-Trailrunningschuhe.
Wer Hinweise hat, soll sich an die Polizei in Garmisch-Partenkirchen wenden.