Bluttat im Mutter-Kind-Heim
Rätsel um Fluchtwagen-Fahrerin von Stade (D)

Nach den tödlichen Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim im deutschen Stade rückt die 65-jährige Begleiterin des mutmasslichen Täters in den Fokus der Ermittlungen.
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In diesem Auto flüchteten der Täter und seine Begleitung.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sechs Tote bei Schüssen in Stade (D) in Mutter-Kind-Heim
  • 65-jährige Fluchtwagenfahrerin frei, Rolle weiterhin unklar, Ermittlungen laufen
  • Täter stritt um drei Monate alte Tochter, Motiv familiärer Konflikt
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Janine EnderliRedaktorin News

Es waren erschreckende Szenen: Nach der Bluttat bei einem Mutter-Kind-Heim in Stade (D) flüchteten zwei Personen mit einem Auto. Einer der Insassen war der mutmassliche Täter. Der 45-jährige Angreifer mit türkischen Wurzeln soll sechs Menschen getötet haben.

Am Steuer des Fluchtwagens sass eine 65-jährige Frau. Sie soll auf Fatih G.* im Mercedes gewartet haben, nachdem dieser im Heim das Feuer eröffnet hatte.

Die Frau wurde festgenommen, ist laut «Welt» nun aber wieder auf freiem Fuss. Weil der dringende Tatverdacht für einen Haftbefehl fehlt, liessen die Ermittler sie gehen. Ob sie sich trotzdem strafbar gemacht hat, wird weiter untersucht.

Frau nannte sich selbst Patentante

Als Motiv nennt die Polizei einen familiären Streit. Laut der Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol stritt der Schütze um seine erst drei Monate alte Tochter, die mit der Mutter (34) in der Einrichtung lebte. Wie der NDR berichtet, wurde das kleine Mädchen zuvor aus der Familie genommen.

Um die Rolle der 65-jährigen Begleiterin gibt es viele Fragezeichen. Sie beschrieb sich offenbar selbst als Patentante des Babys und galt als enge Vertraute der Familie.

Brisant ist auch ihre berufliche Tätigkeit. Nach Recherchen der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» soll sie für eine Lobby-Organisation arbeiten, die binationale Ehepaare berät.

«Ruhiger, besonnener Mann»

Kurz vor den Schüssen wandte sie sich mit einem 20-seitigen Schreiben unter dem Titel «Chronologie eines Albtraums» an mehrere deutsche Medien. Darin schilderte sie den Konflikt der Familie mit dem Jugendamt. Den späteren Tatverdächtigen soll sie als «ruhigen, besonnenen Mann» beschrieben haben.

Welche Rolle die Frau am Tattag tatsächlich spielte, ist bislang unklar. Die Ermittler prüfen unter anderem, weshalb sie den mutmasslichen Täter nach Stade begleitete und ob sie wusste, dass er bewaffnet war.

* Name bekannt

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