Berührende Szenen im Spital
Brandopfer sprechen mit Familie – via Emojis und Symbolen

Sie wachen langsam wieder auf. Viele sind immer noch schwer verletzt. Sprechen ist vielen noch nicht möglich. Neue Technologien ermöglichen es den Brandopfern der Tragödie in Crans Montana aber, mit kleinen Schritte zurück ins Leben zu finden.
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Die Wunden, die die Brandkatastrophe in Crans-Montana in die Herzen der Welt gerissen haben, sind noch lange nicht verheilt.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Brandopfer Leo und Kean erholen sich in Mailänder Spital
  • Jugendliche kommunizieren mit Emojis trotz schwerer Verletzungen und Bandagen
  • Mitschüler verweigern aus Solidarität Anweisungen von Schule
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Angela RosserJournalistin News

Unter den italienischen Opfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana sind auch die beiden 16-jährigen Italiener Leo und Kean. Sie liegen, wie elf andere Verletzte, im Niguarda-Spital in Mailand. Ein weiteres Opfer liegt im Spital Policlinico.

Die beiden 16-Jährigen sind mittlerweile aus dem künstlichen Koma aufgewacht, wie der «Corriere della Sera» berichtet. Ihre Situation bessert sich – langsam, aber stetig. Besonders ermutigend: Die beiden können wieder Kontakt zur Aussenwelt aufnehmen. Sprechen können Leo und Kean zwar noch nicht, aber mithilfe computerunterstützter Technik können sie wieder kommunizieren und Videobotschaften ihrer Freunde erhalten. Das wirke beruhigend auf die Opfer.

Verletzte kommunizieren über Emojis

Gesundheitsdirektor Guido Bertolaso spricht unter anderem von «unglaublichen Hilfsmitteln» und erklärte sie anhand eines Jungen, der jüngst von der künstlichen Beatmung genommen werden konnte. Auch seine Hände seien noch komplett bandagiert, erzählt Bertolaso. Aber auf einem Bildschirm erscheinen Worte und Symbole, die der Jugendliche antippen könne.

So habe dieser Patient seiner Mutter auf die Frage, wie es ihm gehe, die Symbole für Angst und Schmerz gezeigt. «Dann erschien das Symbol für Glück und er klickte es an. Ich muss sagen, ich war sehr gerührt», sagte Bertolaso zum «Corriere».

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Hoffnung und Solidarität

Von ihren Freundinnen und Schulkameraden erfahren die Hospitalisierten ebenfalls grosse Solidarität. So sollen die Schülerinnen und Schüler einer Gymi-Klasse in Rom angewiesen worden sein, die leeren Tische der vier Verletzten zu entfernen, die noch immer im Spital liegen und darum im Unterricht fehlen.

Die Jugendlichen weigerten sich. Die Tische sollen stehen bleiben – als Zeichen der Verbundenheit, als Zeichen der Freundschaft und als Zeichen der Hoffnung auf ihre Rückkehr.

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