Darum gehts
- Zwei Nationalgardisten in kritischem Zustand im Spital
- Mutmasslicher Täter ist 28-jähriger Afghane
- Präsident Donald Trump bezeichnet Schützen als «Tier»
Schusswaffen-Attacke in Washington D.C.: Zwei Nationalgardisten wurden am Mittwoch durch Schüsse schwer verletzt. Sie sind in kritischem Zustand.
US-Präsident Donald Trump (79) sprach am späten Abend (Ortszeit) von einem Terrorakt: «Dieser abscheuliche Angriff war ein Akt des Bösen, ein Akt des Hasses und ein Akt des Terrors», sagte Trump in einer Ansprache an die Bevölkerung.
Schütze aus Afghanistan
Der mutmassliche Schütze befindet sich in Gewahrsam. Laut CNN handelt es sich beim Verhafteten um einen 28-jährigen Afghanen, der 2021 in die USA kam.
Das FBI untersucht einen möglichen Terrorhintergrund. Trump (79) ordnete die Entsendung von 500 zusätzlichen Nationalgardisten in die Hauptstadt an, wie Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) sagte.
Vorwurf an Biden
Trump nannte Afghanistan in seiner Ansprache ein «Höllenloch auf Erden» und stellte die Behauptung auf, Millionen Menschen seien unter seinem Vorgänger Joe Biden (83) aus aller Welt ungeprüft in die USA gekommen.
Er kündigte an, alle Personen, die während Bidens Amtszeit aus Afghanistan eingereist seien, erneut überprüfen zu lassen. Zudem werde er «alle notwendigen Massnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass alle Ausländer aus allen Ländern abgeschoben werden, die nicht hierhergehören oder unserem Land keinen Nutzen bringen».
Am Donnerstag kündigte die zentrale US-Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS auf der Plattform X weitere Massnahmen an: «Mit sofortiger Wirkung wird die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge afghanischer Staatsangehöriger bis auf Weiteres ausgesetzt, bis die Sicherheits- und Überprüfungsprotokolle überprüft worden sind.»
Festnahme unweit des Weissen Hauses
In den sozialen Medien kursierte kurz nach der Tat das Bild eines Nationalgardisten, der blutüberströmt auf dem Trottoir lag, während Agenten des Secret Service ihn versorgten. Ein Vertreter der Polizei erläuterte, der Schütze sei um eine Ecke gekommen und habe sofort auf die beiden Nationalgardisten gefeuert.
Weitere Mitglieder der Nationalgarde hätten die Schüsse gehört, eingegriffen und den Verdächtigen überwältigt, nachdem dieser zu Boden gegangen sei. Die Polizei sei wenige Augenblicke später eingetroffen. Auf X kursierte ein Foto auf dem der mutmassliche Attentäter in ein Krankenauto geschoben wird..
Trump ausser Gefahr
Laut Fox News ist der Ort des Geschehens weniger als eine Meile, also ungefähr 1,6 Kilometer, vom Weissen Haus entfernt. Trump befand sich zum Zeitpunkt, als die Schüsse fielen, auf einem Golfplatz in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. «Das Weisse Haus ist sich der tragischen Situation bewusst und beobachtet sie aktiv. Der Präsident wurde informiert», sagte Karoline Leavitt (28), Pressesprecherin des Weissen Hauses, zu «Daily Mail».
Es gab zunächst keine genauen Angaben zur Identität der Opfer. Unbestätigten Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Soldatin und einen Soldaten.
Trump widmete dem damals noch unbekannten Schützen sofort einen wütenden Post auf seiner Plattform Truth Social, indem er ihn als «Tier» bezeichnete, welches einen hohen Preis bezahlen werde. Der Täter sei schwer verletzt.
Was macht die Nationalgarde in Washington?
Seit Anfang August sind auf Geheiss von Trump bewaffnete Truppen der Nationalgarde in der US-Hauptstadt stationiert. Es handelt sich um Hunderte Soldaten. Sie sollen für Sicherheit sorgen und Kriminalität eindämmen.
Die Hauptstadt ging juristisch gegen den Einsatz vor. Eine Bundesrichterin erklärte den Einsatz der Nationalgarde jüngst für nicht rechtens und ordnete an, diesen zu beenden. Sie setzte ihre Entscheidung jedoch für drei Wochen aus, damit die Trump-Regierung in Berufung gehen kann. Die Anordnung bleibt damit bis zum 11. Dezember ausser Kraft.
Die Nationalgarden sind militärische Reserveeinheiten und Teil der US-Streitkräfte. Sie unterstehen im Normalfall der Kontrolle der Bundesstaaten und werden etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen.