Darum gehts
- Hackergruppe ShinyHunters stiehlt sensible FBI-Daten über Bewerber und Mitarbeitende
- Datenmenge umfasst 2 bis 3 Terabyte, Millionen Dokumentenseiten betroffen
- 37'000 FBI-Mitarbeitende könnten betroffen sein, Hacker fordern Rückzug eines Berichts
Je länger je mehr lauern die Gefahren nicht nur auf den Strassen, sondern auch zu Hause auf dem PC, unterwegs auf dem Handy – kurz: im Internet. Wenn Cyberkriminelle, sogenannte Hacker, zuschlagen, nützen auch die sichersten Passwörter nichts mehr.
Dass nicht einmal der US-Inlandsgeheimdienst FBI gegen alles gewappnet ist, beweist aktuell die Hackergruppe ShinyHunters. Sie behauptet, das Online-Bewerbungsportal der US-Bundespolizei gehackt und dabei hochsensible Daten von FBI-Mitarbeitenden und Bewerberinnen und Bewerbern gestohlen zu haben.
Millionen von Seiten
Laut einem Bericht der «Washington Post» soll es sich um Informationen wie Namen, Adressen, Telefonnummern und Daten von Angehörigen handeln. Die gestohlene Datenmenge wird auf zwei bis drei Terabyte geschätzt – das entspricht Millionen von Dokumentenseiten.
Das FBI bestätigte am Mittwoch, von dem mutmasslichen Angriff Kenntnis zu haben. Es sei jedoch noch unklar, ob die Hacker direkt FBI-Systeme oder ein Drittanbieter-System kompromittiert hätten. «Wir ermitteln aktiv und intensiv in dieser Angelegenheit und arbeiten eng mit den Drittanbietern zusammen, um jegliches Risiko zu minimieren», teilte die Behörde mit.
Bereits am Dienstag war die Webseite des Bewerbungsportals vorübergehend offline und zeigte Wartungshinweise. Die Hackergruppe ist für Angriffe auf prominente Ziele bekannt. In der Vergangenheit hackte sie unter anderem den Spieleentwickler Rockstar sowie die EU-Kommission.
Hacker durch FBI-Bericht beleidigt
Das Motiv von ShinyHunters soll ein Bericht vom Mai 2026 sein. Darin hatte das FBI vor der Hackergruppe gewarnt und sie beschuldigt, «grosse Unternehmen in den Bereichen Technologie, Finanzen und Einzelhandel anzugreifen und dabei oft Millionen von Kundendaten zu stehlen».
Laut der «Washington Post» gibt ShinyHunters dem FBI eine Woche Zeit, den Bericht zurückzuziehen. Andernfalls droht die Veröffentlichung der sensiblen Daten. Die Hacker behaupten, ihr Angriff sei nicht finanziell motiviert, sondern eine Reaktion auf die FBI-Warnung, die sie als ungerechtfertigt ansehen. «Wir fühlen uns zutiefst beleidigt», hiess es in ihrer Online-Botschaft, die an FBI-Direktor Kash Patel und den Leiter der Cyberabteilung der Behörde gerichtet war. Was die Gruppe konkret stört: Sie wehrt sich gegen die Darstellung Geld zu erpressen, Opfer und deren Familien zu belästigen oder Swatting zu verüben.
Die Webseite 404 Media, die den Vorfall zuerst meldete, erhielt von den Hackern eine Stichprobe der gestohlenen Daten. Sollte sich die Echtheit der Daten bestätigen, könnte dies ein erhebliches Risiko für die rund 37'000 FBI-Mitarbeitenden darstellen und einer der grössten Sicherheitsvorfälle in der Geschichte der Behörde sein.