Auch Telegram eingeschränkt
Whatsapp warnt Putin vor Messenger-Blockade

Whatsapp wirft Russland vor, 100 Millionen Nutzer durch eine Komplett-Blockade des Messengers von sicherer Kommunikation auszuschliessen. Der Kreml bevorzugt eine einheimische App.
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Whatsapp kritisiert die russische Regierung.
Foto: IMAGO/Silas Stein

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Whatsapp kritisiert geplante Komplett-Blockade durch Russland und warnt vor Sicherheitsrisiken
  • Russland schränkt internationale Messenger-Apps stark ein, fördert einheimischen Dienst Max
  • Über 100 Millionen Nutzer wären von Whatsapp-Einschränkungen in Russland betroffen
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Der Chatdienst Whatsapp wirft der russischen Regierung den Versuch einer Komplett-Blockade vor. Über 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschliessen, werde zu weniger Sicherheit für die Menschen in Russland führen, kritisierte eine Sprecherin der zum Facebook-Konzern Meta gehörenden App. Man werde alles Mögliche unternehmen, damit die Nutzer weiterhin verbunden blieben.

Die russische Regierung schränkt bereits seit einiger Zeit nach und nach die Funktionen internationaler Messenger-Apps ein. Bei Whatsapp etwa waren Anrufe bereits nur noch über VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) möglich. Eingeschränkt wurden auch Telegram und der Apple-Dienst iMessage.

Peskow äussert sich

Whatsapp hat eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was bedeutet, dass nur die beteiligten Nutzer Beiträge im Klartext sehen können – aber nicht Whatsapp als Betreiber. 

Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) verteidigte die Blockade. Die Sperrung von Whatsapp gebe es «aufgrund der Weigerung des Unternehmens Meta, sich an die Vorschriften und den Wortlaut des russischen Gesetzes» zu halten. In einem Interview mit der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass erklärte er, dass die Wiederaufnahme des uneingeschränkten Betriebs unter Einhaltung der Gesetze und bei Bereitschaft zum Dialog möglich sei.

Kreml pusht einheimische App

Moskaus Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat Meta immer wieder mit weiteren Schritten wegen Gesetzesverstössen gedroht. Die auch für Internetzensur zuständige Behörde beklagt, dass Whatsapp zur «Organisation terroristischer Aktivitäten im Land genutzt» und auch für «Betrug und zur Erpressung von Geld von Bürgern eingesetzt» werde.

Die russischen Behörden hatten seit Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine die Kontrolle und Zensur im Internet noch einmal drastisch verschärft. Während ausländische Dienste eingeschränkt werden, wurde in Russland der einheimische Messenger Max auf den Markt gebracht. Whatsapp sprach in der Stellungnahme von einer «staatlichen Überwachungs-App», in die die russische Regierung die Nutzer drängen wolle.

Russische Unternehmen beklagen Schäden für die Internet-Infrastruktur durch die Zensur; besonders die jüngste Verlangsamung von Telegram sorgt unter Geschäftsleuten für Unruhe. Auch prominente Politiker hatte die Angriffe von Roskomnadsor gegen Telegram scharf kritisiert.

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