Darum gehts
- Meta bringt Sprach- und Videoanrufe direkt in die Web-Browser
- Screen-Sharing erlaubt Einblicke, Angriff auf Platzhirsche wie Zoom
- Beta-Version aktiv seit Januar 2026, Gruppenanrufe folgen später
Wer Whatsapp am Computer nutzt, musste für Videoanrufe bisher weiterhin zum Handy greifen oder eine separate Desktop-App installieren. Das soll sich nun ändern. Der Tech-Blog wabetainfo.com meldet, dass Mutterkonzern Meta Sprach- und Videoanrufe in den Web-Browser bringt. Nutzer können künftig direkt in Chrome, Firefox oder Edge den Hörer abnehmen, ohne Installation von Software. Ein Jahr lang soll Meta an der Funktion getüftelt haben.
Wer die Web-Version des Messengers nutzt, muss künftig auf nichts mehr verzichten. Ein Klick auf die Kamera oder den Hörer im Chatfenster genügt, und die Verbindung steht. Laut wabetainfo.com sind die Anrufe übers Web, wie in der App selbst, Ende-zu-Ende verschlüsselt. Dafür müssen Nutzerinnen und Nutzer keine neuen Einstellungen suchen: Der Schutz ist laut der Plattform automatisch für jedes Gespräch aktiv. Um Whatsapp Web zu nutzen, müssen Nutzerinnen und Nutzer ihr Konto zuvor über die App mit dem Browser koppeln.
Angriff auf Zoom und Co.
Mit der Funktion «Screen Sharing» greift Whatsapp zudem etablierte Platzhirsche wie Zoom oder Microsoft Teams an. Das Teilen des Bildschirms funktioniert allerdings nur bei eingeschalteter Kamera während Videoanrufen. Wer das Feature nutzt, sollte zudem wachsam sein: Das Gegenüber sieht alles unzensiert – auch versehentlich sichtbare Passwörter oder sensible Daten. Dennoch sinkt die Hürde damit für schnelle Business-Calls, da viele Whatsapp schon als Messenger nutzen. Doch der Angriff kommt reichlich spät. Die Pandemie – eine goldene Ära für Video-Calls – verpasste Whatsapp im Browser, während sich die Welt im Homeoffice mit Zoom, Slack und Google Meet organisierte.
Die neue Telefonfunktion ist bei ersten Nutzern im Beta-Programm bereits aktiv, heisst es im Bericht. Die breite Lancierung für alle folgt «in den nächsten Wochen». Vorerst sind aber nur Einzelgespräche möglich. Gruppenanrufe sollen nach einer weiteren Testphase folgen.
Schutzwall gegen Hacker
Während Meta den Browser öffnet, zieht der Konzern an anderer Stelle die Schraube an. Bereits Ende Januar lancierte Whatsapp die «Strikten Kontoeinstellungen». Diese Funktion dient als Abwehr gegen Cyberangriffe und Spyware. Sie richtet sich vor allem an gefährdete Personen, etwa Aktivistinnen oder Politiker. Wer die Option unter «Datenschutz» in den Einstellungen aktiviert, nimmt aber Komforteinbussen in Kauf: So werden beispielsweise Anhänge oder Bilder in Chats radikal blockiert, um Schadsoftware fernzuhalten.