Darum gehts
- Marie M. wurde 1991 als Neugeborenes auf einem Feld gefunden
- Sie sucht seit Dezember 2025 ihre leiblichen Eltern mit einem DNA-Test
- Ein Zeitungsartikel erwähnt eine Frau, die ihre Tochter vermisste
Wie ihr erster Tag im Leben verlief, weiss Marie M.* (34) genau. In Cenon, einer Gemeinde in der Agglo von Bordeaux, im September 1991 wurde eine Spaziergängerin plötzlich auf ein Schreien aufmerksam. Sie näherte sich einem Feld, von wo die Geräusche herkamen. Dort entdeckte die Frau ein neugeborenes Baby – nackt und mit Nabelschnur. Sofort alarmierte sie Rettungskräfte und Polizei. So schildert es Marie M. dem Sender BFMTV.
DNA-Test könnte neue Erkenntnisse bringen
Im Alter von vier Monaten wurde M. dann adoptiert. Lange Zeit später, jetzt im Dezember vergangenen Jahres hat sich die mittlerweile zweifache Mutter dazu entschieden, ihre leiblichen Eltern zu suchen, erzählt sie BFMTV.
Ihre Adoptiveltern unterstützen sie bei der Suche – helfen ihr dabei, einen DNA-Test zu machen. Auf dessen Ergebnis wartet Marie M, hofft, dadurch mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Und mögliche DNA-Übereinstimmungen zu finden. «Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Ich erwarte nichts Bestimmtes. Vielleicht treffe ich jemanden, vielleicht auch nicht», sagt M. zum «Figaro».
Online-Aufruf und Archiv-Recherche
In den sozialen Medien hat sie einen Aufruf geteilt und ihre Geschichte geschildert. Viel ist es nicht, was sie weiss. In Zeitungsarchiven stiess sie auf Artikel und Hinweise zu den Umständen ihrer Geburt.
So wird in einem Artikel erwähnt, dass eine Frau bei der Polizei angegeben habe, ihre kleine Tochter zu vermissen, sagt M. dem «Figaro». In einem anderen Artikel berichten Zeugen davon, dass ein Auto am Fundort angehalten hätte, um etwas abzuladen.
Marie M. ist nicht die Einzige, immer wieder nehmen Kinder die Suche nach ihren unbekannten Eltern auf. Blick stellt Fälle vor, in denen diese Suche erfolgreich war.
Fast ihr ganzes Leben dachte Lizzy Horst (54) aus den Niederlanden, ihren Vater zu kennen. Doch kurz vor ihrem Tod erklärte ihre Mutter, dass der Mann, der sie aufgezogen hatte, nicht ihr Vater sei. Plötzlich setzten sich die Puzzlestücke zusammen. Weit entfernte Verwandte lebten in der Schweiz. Es wies alles darauf hin, dass auch ihr Vater Schweizer sei.
Blick berichtet über ihre Suche. Daraufhin tauchten immer mehr Hinweise auf. 2025 war es schliesslich so weit: Eine Familie aus der Ostschweiz erklärte sich bereit, einen DNA-Test zu machen. Und siehe da: Ihre Familie war gefunden. Mit ihren vier Halbgeschwistern traf sie sich bald. Ihr leiblicher Vater war jedoch bereits 2018 verstorben.
Auch die Schweizerin Valérie (52) fiel aus allen Wolken, als sich der Mann, den sie für ihren Vater gehalten hatte, nicht als ihr leiblicher Vater entpuppte. Sie versuchte, mehr von ihrer Mutter herauszufinden, doch diese weigerte sich, etwas zu erzählen. Valérie setzte sich daher selbst für die Wahrheit ihrer Herkunft ein. Im November 2019 machte sie einen DNA-Test, wie sie Blick erzählte.
Schliesslich ergab sich ein Treffer: Eine Cousine von Valérie wohnte in Kanada. Diese kontaktierte ihren Onkel und es zeigte sich, dass er ihr Vater war. Valérie entdeckte auch eine Halbschwester. 2020 kam es zu einem Treffen in Paris. Wenige Monate später verstarb ihr Vater jedoch an Covid-19. Mit ihrer Halbschwester trifft sich Valérie immer noch.
35 Jahre lang dachte Daniel P.* aus dem Kanton Bern, er würde seinen Vater kennen. Doch plötzlich liess ein Kommentar seiner Grossmutter dieses Familienbild zusammenbrechen. Er erfuhr, dass seine Mutter, damals 17-jährig, bei einem One-Night-Stand schwanger geworden war. Später lernte sie einen anderen Mann kennen. Dieser wurde dann der Stiefvater von P.
Für Daniel P. sei ein Kartenhaus aus Lügen zusammengebrochen, erzählte der damals 51-Jährige im Jahr 2023 gegenüber Blick. Denn seine gesamte Familie hatte davon gewusst – nur er nicht. Der Polizist begann also, Nachforschungen anzustellen, und fand schliesslich seinen leiblichen Vater. Auch dieser kannte die Geschichte, habe sich jedoch nicht sonderlich für seinen Sohn oder seine Enkelkinder interessiert.
* Name bekannt