Darum gehts
- Transporter rast in CSD-Menge in Berlin: eine Tote, 29 Verletzte
- Täter Abdul Ballout (†21) polizeibekannt, wird islamistischem Milieu zugeordnet
- Polizei jagt Täter, über 250 Zufahrtschutzelemente waren am Tiergarten postiert
Schreckliche Nachrichten aus Berlin am Samstagabend. Ein Transporter rast in eine Menschenmenge am Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten. Eine Frau starb. 16 Personen wurden verletzt. Von den Verletzten schweben drei noch in Lebensgefahr.
Kurz vor 2.30 Uhr nachts gab die Polizei in Berlin bekannt, einen Tatverdächtigen identifiziert zu haben. Laut der «Bild» handelt es sich bei dem Terroristen um den 21-jährigen Abdul Ballout. Der Amokfahrer sei bereits polizeibekannt und werde dem islamistischen Milieu zugeordnet. Er habe Familie in Berlin und sei erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden. Das schreibt NTV mit Berufung auf Angaben der Deutschen Presse-Agentur.
«Wir fahnden nach der Person, wir sind dieser Person noch nicht habhaft geworden», sagte der zuständige Polizeisprecher in der Nacht auf Sonntag dazu. Die Polizei sei mit Hubschraubern und Wärmebilddrohnen im Einsatz und suche Zeugen. Nach dem Täter wird per Foto gefahndet.
Der Mann wird von der Polizei wie folgt beschrieben:
- schlanke Statur
- circa 1,90 Meter gross
- schwarze Haare
- schwarzer Hoodie und weisse Hose
Die Polizei macht ebenfalls darauf aufmerksam, den Täter nicht anzusprechen. «Er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!»
Nachdem er in die Menge raste, ging er mit einer Machete auf Passanten los
Wie Innenminister Alexander Dobrindt am Sonntagnachmittag bestätigte, folgte nach der Anschlagsfahrt noch eine weitere Angriffsphase. Nachdem der Täter das Auto in die Menschenmenge gefahren hatte, soll er ausgestiegen sein und mit einer Machete auf Passanten losgegangen sein. Augenzeugen berichteten nach der Amokfahrt von liegenden Leuten mit Stichverletzungen.
Der 21-Jährige, der 2005 in Berlin auf die Welt kam, ist bereits mit mehreren Straftaten auffällig geworden, erklärt Dobrindt. Eine Verurteilung erfolgte bereits.
Noch offen sind der genaue Ablauf und die Hintergründe der Tat. Auch ermittelt die Polizei, ob der Täter alleine agierte oder ob er Komplizen hatte.
Alleine, wie das Fahrzeug in den Tiergarten rasen konnte, ist aktuell noch unklar. Während der CSD-Veranstaltung waren laut der Polizei mehr als 250 «Zufahrtschutzelemente» rund um den Tiergarten postiert gewesen. «Eigentlich konnte hier gar keiner reinfahren», sagte ein Polizeisprecher zur «Welt».
Hausdurchsuchung in Schöneberg
In der Nacht auf Sonntag hatte die Polizei bereits versucht, den Täter in seiner Wohnung zu verhaften. Laut der «Welt» fand um etwa 1 Uhr in einem Mietshaus im Berliner Stadtteil Schöneberg eine Hausdurchsuchung durch Spezialkräfte statt. Während des Einsatzes sei ein lauter Knall zu hören gewesen. Bewaffnete Personen in Schutzkleidung waren in einer Wohnung zu sehen.
Ein Mieter erzählt der «Welt», dass in dem Haus Abdul Ballout zusammen mit mehreren Geschwistern und seiner Mutter gewohnt haben soll. Die Polizei hatte in der Wohnung aber scheinbar niemanden angetroffen. Zu einer Festnahme kam es deshalb nicht.