Darum gehts
- In Alaska tritt Daniel J. Sullivan neben Amtsinhaber Dan S. Sullivan für den Senat an
- Die Trump-Regierung legt Rekurs ein, falls der Republikaner wegen der Verwechslung verliert
- Wegen Rangwahlsystem und Briefstimmen dürfte das Endresultat nicht am Wahlabend feststehen
Hat sich Daniel J. Sullivan (69) nur aufgestellt, um Dan S. Sullivan (61) zu schaden? Das glaubt Donald Trump (80). Bei der Senatswahl in Alaska liegt der Republikaner Dan S. Sullivan in Umfragen zwei Punkte hinter der demokratischen Kandidatin Mary Peltola (53).
Die Gefahr geht jedoch nicht nur von ihr aus, sondern von einem weiteren Republikaner: Daniel J. Sullivan. Wie CNN berichtet, hatte dieser die Vorwahl für die republikanische Nominierung deutlich verloren. Dennoch blieb er als Kandidat im Rennen. Auf den Wahlzetteln erscheint sein Name ohne Parteizugehörigkeit. Sein Namensvetter, der amtierende Senator Dan S. Sullivan, ist dagegen ausdrücklich als «Republikaner – Amtsinhaber» gekennzeichnet.
«Das ist Betrug»
Die Republikaner befürchten trotzdem, dass unaufmerksame Wähler sich irren und den «falschen» Sullivan wählen könnten. Und so der Demokratin Mary Peltola den Sieg auf dem Silbertablett servieren.
Laut Trump hat die Regierung deshalb vorsorglich Rekurs eingelegt: Falls der republikanische Kandidat verliere, müssten die Behörden klären, wie stark die Verwechslung der Kandidaten das Endresultat beeinflusst habe. «Das ist Betrug», begründete der US-Präsident.
Neues Wahlsystem
«Das ist eine verachtenswerte politische Drohung, um eine Wahl zu kippen», empörte sich die demokratische Kandidatin Peltola. Der begehrte Sitz wird seit mehr als zehn Jahren vom Republikaner Dan S. Sullivan gehalten. Er wurde 2014 und anschliessend erneut 2020 gewählt.
Dieses Jahr findet die Wahl nach einem neuen Wahlsystem statt: Jeder Wähler muss nicht nur entscheiden, wem er seine Stimme gibt, sondern auch, wer seine zweite, dritte und vierte Wahl unter den vier Kandidaten ist.
Ein Kandidat gewinnt im ersten Wahlgang nur, wenn er mehr als 50 Prozent der Erstpräferenzen erhält. Ist das nicht der Fall, scheidet der Letztplatzierte aus, und seine Stimmen werden gemäss der Rangfolge der betreffenden Wähler auf die verbleibenden Kandidaten verteilt. Bei dem komplizierten System dürfte der Sieger oder die Siegerin erst einige Tage nach der Wahl feststehen.