Darum gehts
- Britische Jets eskortierten am 2. Juli russisches Flugzeug über Nordatlantik ab
- TU-95 flog zu nah an HMS Prince of Wales, warf Sonarbojen ab
- Rund 1500 Soldaten an Bord des britischen Flugzeugträgers im Nato-Einsatz
Schreckmoment auf der HMS Prince of Wales: Am Donnerstag bretterte ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Tu-142 (Nato-Codename: Bear-F) im Tiefflug und in «unnötig geringem Abstand» über den britischen Flugzeugträger.
Dabei warf die Maschine laut dem britischen Verteidigungsministerium zehn Sonarbojen ins Meer ab. Bei Sonarbojen handelt es sich um sogenannte Unterwassermikrofone, mit denen U-Boote aufgespürt werden können.
Funkstille im Cockpit
Das britische Verteidigungsministerium verurteilte das Verhalten Russlands als «unsicher und unprofessionell», wie die BBC die Behörde zitiert. Britische Streitkräfte versuchten zunächst erfolglos, die Besatzung des Aufklärers über internationale Funkfrequenzen zu erreichen.
Als die Russen auf die Funksprüche nicht reagierten, schrillten auf dem Flugzeugträger die Alarmglocken: Zwei F-35-Tarnkappenbomber stiegen von der HMS Prince of Wales auf, fingen die russische Maschine ab und eskortierten sie aus dem Einsatzgebiet.
Auf dem unter Nato-Kommando stehenden britischen Flugzeugträger sind rund 1500 Soldatinnen und Soldaten sowie F-35-Kampfjets und Militärhelikopter stationiert. Kurz zuvor führte die Nato erstmals Luftüberwachungsflüge von einem internationalen Flugzeugträger im Nordatlantik durch, um das Bündnisgebiet zu schützen.
Moskau testet den Westen
Der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis erklärte: «Wir leben in einer zunehmend gefährlichen und unsicheren Zeit. Einsätze wie dieser stärken unsere Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit als Teil der Nato.»
Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten kam es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen, bei denen Militärflugzeuge abgefangen wurden. Beobachter werten solche Aktionen als klares Zeichen dafür, dass Moskau zunehmend die Verteidigungsbereitschaft des Westens testet.