Aus nach 115 Jahren – 40 Jobs sind betroffen
Zigarrenproduzent Villiger schliesst traditionsreiche Fabrik

Seit 1911 stellt das Schweizer Tabak-Unternehmen Villiger im deutschen Waldshut-Tiengen Zigarren und Zigarillos her. Im nächsten Jahr endet diese Ära, dann stellt die Firma dort die Produktion ein. Wegen der Massnahme gehen 40 Jobs verloren.
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Der Schweizer Zigarren-Hersteller Villiger stellt die Produktion am deutschen Standort in Waldshut-Tiengen ein.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

  • Zigarren-Hersteller Villiger stellt Produktion im deutschen Waldshut-Tiengen ein – 40 Jobs betroffen
  • Das Unternehmen verlegt die Produktion an den Hauptsitz in Pfeffikon LU und ins Werk in Indonesien
  • Firmenchef Christoph Schüpbach spricht von «wichtigem Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen»
Michael Hotz
Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Schweizer Tabakkonzern Villiger versetzt der deutschen Zigarrenindustrie in Waldshut-Tiengen einen schweren Schlag: Der Zigarrenhersteller mit Sitz in Pfeffikon LU stellt dort seine Produktion ein – nach 115 Jahren. Villiger betreibt das Werk in Baden-Württemberg seit 1911. Von dort will das Unternehmen nun bis Ende 2027 die Herstellung von Zigarren und Zigarillos schrittweise an den Hauptsitz und in die Fabrik im indonesischen Jember verlegen, wie zuerst der «Südkurier» berichtet hat.

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Er war Raucher durch und durch:Zigarren-Patron Villiger (†95) im Interview 2017

Ganz von seinem traditionsreichen Standort in Deutschland verabschiedet sich Villiger nicht. Das Schweizer Tabakunternehmen belässt dort Logistik und Vertrieb. Heisst: Künftig werden dort die Villiger-Zigarren für den europäischen Markt verpackt und verschickt, aber eben nicht mehr hergestellt. Die Neuausrichtung hat zur Folge, dass 40 Jobs wegfallen. Aktuell arbeiten 190 Angestellte im deutschen Werk.

Langjähriger Patron starb 2025

In einer Mitteilung nennt Villiger «Überschneidungen bei Produkten und Produktionsabläufen» als Gründe für den Schritt. «Die Konsolidierung der Produktion ist ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen», wird Villiger-CEO Christoph Schüpbach im Schreiben zitiert. Er übernahm den Chefposten des Zigarrenherstellers im letzten Frühling. Das Unternehmen hat damit zu kämpfen, dass immer weniger Menschen rauchen.

Villiger produziert heute laut eigenen Angaben jährlich eine Milliarde Zigarren und Zigarillos, hat 1200 Angestellte und macht 140 Millionen Franken Umsatz. Neben dem Hauptsitz in Pfeffikon und dem Standort in Waldshut-Tiengen betreibt das Unternehmen ein weiteres Werk im deutschen Bünde und je eines in Brasilien, Indonesien und Nicaragua. Im Juli 2025 verstarb der langjährige Zigarrenpatron Heinrich Villiger (†95) – nach über 75 Jahren Tätigkeit im Familienbetrieb.

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