Darum gehts
- In der Schweiz sind die verursachten Pro-Kopf-Kosten von Schlafstörungen am höchsten in Europa
- Schlafstörungen kosten die Schweiz jährlich insgesamt 15 Milliarden Franken
- Die Kosten pro Kopf liegen bei 1696 Franken, der europäische Schnitt bei 567 Franken
Das Szenario kennen die meisten: Im Bett wälzt man sich seit Stunden hin und her, der langersehnte Schlaf will einfach nicht kommen. Geht dies über Wochen und Monate so, kann eine chronische Schlafstörung dahinter stecken. In der Schweiz leiden schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen darunter. Jetzt zeigt eine neue Studie: Der schlechte Schlaf der Bevölkerung kommt unserem Land teuer zu stehen.
Konkret belasten Schlafstörungen das Schweizer Gesundheitswesen und die Wirtschaft mit jährlich rund 15 Milliarden Franken. Das sind die höchsten Pro-Kopf-Kosten in Europa, so die Studie, die im Wissenschaftsjournal «European Journal of Neurology» erschienenen ist.
Kosten von 1696 Franken pro Kopf
Alleine die Folgekosten von Schlafapnoe – also Atemaussetzer im Schlaf – belaufen sich demnach auf 8,6 Milliarden Franken, wie das Netzwerk Schlaf Schweiz in einer Mitteilung aufschlüsselt. Weitere 4,2 Milliarden Franken entfallen auf lang andauernde Schlafstörungen in Form von Insomnie, 2,3 Milliarden Franken auf sogenannte Restless Legs, also unangenehme Beinbewegungen im Schlaf.
Damit liegen die direkten und indirekten Kosten von Schlafstörungen in der Schweiz bei rund 1855 Euro (1696 Franken) pro Kopf. Zum Vergleich: In Europa beläuft sich der Median auf 620 Euro. Dieser Kostenunterschied widerspiegele das Preisniveau und die Durchschnittslöhne, so die Studie.
Besonders von Schlafstörungen betroffen sind laut dem Netzwerk Schlaf Schweiz vor allem Frauen und ältere Erwachsene, zunehmend aber auch junge Menschen. Lang andauernde Ein- und Durchschlafstörungen begünstigten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz oder auch Depressionen.
Neurologinnen und Neurologen verschiedener europäischer Universitäten waren an der Studie beteiligt, darunter der Medizin-Dekan der Universität Bern, Claudio Bassetti. Die erhobenen Daten beziehen sich auf das Jahr 2019 und die fünf häufigsten Schlafstörungen.