«Wir arbeiten am Limit»
Winterthurer Busfahrer wollen am Dienstag streiken – mitten im Pendlerverkehr

Am Dienstagmorgen legen die rund 260 Busfahrer von Stadtbus Winterthur ihre Arbeit nieder. Grund seien unzumutbare Arbeitsbedingungen, sagt die zuständige Gewerkschaft. Kommts am Dienstagmorgen in Winterthur zu einem Verkehrschaos?
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Das Fahrpersonal vom Stadtbus Winterthur ist unzufrieden.
Foto: Stadtbus Winterthur

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am Dienstag, 3. März, will das Fahrpersonal von Stadtbus Winterthur streiken
  • Die Angestellten fordern bessere Arbeitsbedingungen
  • Beide Seiten zeigen sich offen für Gespräche
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die Chauffeurinnen und Chauffeure von Stadtbus Winterthur sind erschöpft – und wollen sich nun wehren. Die 260 Busfahrer planen am Dienstag einen Warnstreik. Von 4.30 bis 8.30 Uhr sollen in Winterthur ZH keine Busse verkehren, wie die zuständige Gewerkschaft Vpod mitteilt.

Der Grund für den Warnstreik: Die Angestellten klagen über schlechte Arbeitsbedingungen – lange Schichten, verkürzte Ruhezeiten, kurzfristige Einsätze. Oder anders gesagt: «Wir arbeiten am Limit», fasst es ein Angestellter zusammen. Der Vpod schreibt von «unzumutbaren Arbeitsbedingungen». Für einen Warnstreik entschieden habe man sich an einer Versammlung am Sonntag, an der rund 100 Personen teilgenommen hätten. «Wir haben die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen», so die Gewerkschaft. Doch die Missstände bei den Arbeitsbedingungen hätten letztlich den Ausschlag gegeben. 

Das fordert das Buspersonal

Konkret fordert das Buspersonal fairere Lösungen für Einspringerdienste. Denn: Erst am Vortag würden die Busfahrer und -fahrerinnen jeweils erfahren, ob sie am Folgetag Dienst hätten oder nicht. Auch sollen die Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit angepasst werden. Einen Zustupf gibts derzeit erst ab 22 Uhr – und nicht wie bei anderen ÖV-Betreibern ab 20 Uhr. Zudem verlangen die Chauffeure, dass ihr Arbeitgeber die Minuszeiten abschafft.

«Seit mehreren Jahren weist das Personal auf die Missstände hin», betont der Vpod. So haben 200 Stadtbus-Mitarbeitenden Ende 2024 ihren Chefs eine Petition mit ähnlichen Forderungen übergeben.

Bei Stadtbus bedauert man den Warnstreik – und hält diesen «für nicht gerechtfertigt». Auf Anfrage von Blick weist ein Sprecher darauf hin, dass man als Reaktion auf die Petition bereits Massnahmen ergriffen habe – unter anderem mit dem Kauf einer neuen Betriebssoftware. Diese soll eine flexiblere Dienstplanung ermöglichen, werde allerdings erst Ende 2026 eingeführt. «Viele der Forderungen werden damit obsolet», betont der Stadtbus-Sprecher. Zudem habe der Stadtrat sowohl 2018 als auch 2025 entschieden, dass die Forderung nach Nachtzulagen ab 20 statt 22 Uhr nicht gerechtfertigt seien. «Eine zusätzliche finanzielle Entschädigung wäre nicht angemessen und würde die Mitarbeitenden von Stadtbus gegenüber dem übrigen städtischen Personal besserstellen», sagt der Sprecher weiter.

Beide Seiten sind offen für Gespräche

Die Gewerkschaft betont, «jederzeit bereit für Gespräche zu sein, um diesen Streik noch zu verhindern». Offen ist man auch bei Stadtbus Winterthur: «Unsere Türen sind offen», sagt der Sprecher zu Blick. Noch am Freitag habe man kurzfristige Gesprächstermine angeboten. Zu diesen ist es aber nicht gekommen.

Kommt es in Winterthur am Dienstagmorgen also zu einem Verkehrschaos? «Wir setzen alles daran, dass unsere Fahrgäste auch morgen wie gewohnt ihre Verbindung vorfinden», verspricht Stadtbus. Auf Einschränkungen müssen sich Pendlerinnen und Pendler wohl trotzdem einstellen. Stadtbus und auch die Gewerkschaft informieren laufend über die Verkehrssituation.

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