Wie sicher sind die Fahrzeuge?
Chinas Autobauer produzieren sogar für eigene Behörden zu schnell

Die europäische Autoindustrie um Aushängeschild VW leidet unter dem Tempo der chinesischen Hersteller. Diese reduzieren die Entwicklungszeit für neue Modelle immer mehr. Jetzt geht es aber selbst den Behörden und den Branchengrössen zu rassig.
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Chinesische Automarken wie BYD drängen immer mehr in den Schweizer Markt. Im Bild: der Showroom in Zürich.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Volkswagen streicht 100'000 Stellen, plant weniger Modelle und beendet Seat bis 2029
  • Chinas Autobauer entwickeln Modelle in 18 Monaten, EU braucht 3 bis 5 Jahre
  • In der Schweiz ist jeder zehnte Neuwagen aus China
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Volkswagen steht symbolhaft für die Krise der europäischen Autoindustrie. Der deutsche Autobauer fährt einen harten Sparkurs: Der Aufsichtsrat der Wolfsburger hat diese Woche ein umfangreiches Sparpaket verabschiedet. Zu den bereits kommunizierten 50'000 gestrichenen Jobs kommen noch einmal 50'000 dazu. Jedes zweite Modell aus dem Konzern steht auf dem Prüfstand. Zudem sickerte durch, dass die Traditionsmarke Seat bis 2029 verschwinden soll.

Der VW-Konkurrenz in Europa geht es nicht viel besser. Laut Prognosen baut die Branche in diesem Jahr noch 16 Millionen Autos – 6 Millionen weniger als noch 2017. Und die Tendenz zeigt weiter stark nach unten, was auch die vielen Schweizer Zulieferer hart trifft

Auslöser für die Misere sind die chinesischen Automarken, die den internationalen Markt gerade auf den Kopf stellen. Dies veranschaulicht dieser Fakt: In der Schweiz stammt bereits jeder zehnte Neuwagen aus China. Dort werden neue Automodelle mittlerweile in einer solchen Geschwindigkeit entwickelt, dass selbst die chinesischen Behörden besorgt sind, wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet.

Chinesische Autobauer sorgen sich um eigenen Ruf

Der Wettbewerb in China ist brutal. Mehr als 100 Hersteller kämpfen um Kunden, liefern sich einen harten Preiskampf. Und immer neue Player wollen die Konkurrenz bei der Geschwindigkeit übertrumpfen, mit der sie neue Autos auf den Markt bringen. Die sowieso schon kurzen Entwicklungszeiten sollen weiter sinken – dank künstlicher Intelligenz. In der Branche rechnet man laut Bloomberg damit, dass neue Modelle in Zukunft nach bereits 18 Monaten auf den Markt kommen. Zum Vergleich: Europäische Autobauer brauchen drei bis fünf Jahre.

Diese Entwicklung führt zu einem abstrusen Umstand: Die Behörden und die etablierteren Autobauer wie Chery Automobile und Zhejiang Geely mahnen jetzt zur Vorsicht. Die Sorge: Die rasante Entwicklungsgeschwindigkeit könnte die Zulassungsbehörden und die internen Qualitätskontrollen der Unternehmen selbst überfordern. Man fürchtet um den Ruf seiner Marken im Ausland. Das Horrorszenario in Fernost: Gelten chinesische Autos als unsicher, ist es mit der Expansion in Europa und den USA schnell vorbei.

Tesla bekommt strengere Aufsicht zu spüren

Die Aufsichtsbehörden in China ziehen nun die Schraube bei der Sicherheit an. Verschiedene Vorschriften wurden bereits verschärft. Zudem sind nun ein Jahr lang unangekündigte Inspektionen bei den Autobauern möglich. E-Auto-Riese Tesla muss auf behördlichen Druck hin knapp 3 Millionen Stromer in China zurückrufen. 

Bei Volkswagen versuchen die Chefs währenddessen erst gar nicht, mit der Geschwindigkeit der Chinesen Schritt zu halten. Vielmehr ist in Wolfsburg Konsolidierung angesagt. Und trotzdem ist der chinesische Markt ausschlaggebend für das Schicksal des grössten europäischen Autobauers. «Die Schlacht um die Zukunft von VW wird in China entschieden», so Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (75). 


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