Darum gehts
- EU verhängt 550 Millionen Euro Strafe gegen Aliexpress wegen illegaler Produkte
- Gefälschte Kleidung und gefährliche Kosmetika wochenlang widerrechtlich auf der Plattform angeboten
- Alibaba-Tochter hat nun bis Oktober Zeit, Mängel zu beheben
Die EU geht gegen den chinesischen Billiganbieter Aliexpress vor: Weil der Online-Gigant auf seiner Website illegale Produkte verkauft hat, erhält er von der Europäischen Kommission nun eine Strafe in Höhe von 550 Millionen Euro. Dies gibt die Kommission mit Sitz im belgischen Brüssel am heutigen Montag in einer Mitteilung bekannt.
Demnach hat der Onlinehändler, der zum Alibaba-Konzern gehört, gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika wochenlang widerrechtlich auf der Plattform angeboten, heisst es in der Mitteilung. Aliexpress sei «nicht in der Lage gewesen, wirksame Massnahmen zu ergreifen, um das Risiko der Verbreitung verbotener Produkte zu verringern», kritisierte die EU-Behörde. Sie wirft dem China-Riesen zudem vor, nicht genug Personal für die Überprüfung potenziell illegaler Produkte einzusetzen. Die Kontrolleure hätten zu viel Arbeit, weshalb die dubiosen Händler ihre Produkte ungehindert anbieten und verkaufen könnten. Auch würden die rechtswidrigen Produkte auf der Website sogar empfohlen oder beworben, bevor Aliexpress sie von der Plattform entferne.
Zwar hatte der Onlinehändler gegenüber der EU bereits 2025 Zugeständnisse gemacht: Die Firma wollte insbesondere gegen illegale und potenziell gefährliche Produkte wie Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel vorgehen. Nun hat der Billiganbieter bis Oktober Zeit, die Mängel zu beheben. Andernfalls drohen weitere Sanktionen, warnt die Kommission.