Darum gehts
- Kanadier Skyler Chan plant aufblasbares Hotel auf dem Mond bis 2032
- GRU Space verlangt bis zu 1 Million Dollar Anzahlung
- Hotel bietet Platz für 4 Gäste und Aktivitäten wie Golfen
Der Mond hat uns Menschen schon immer fasziniert. Er wirkt so nah. Und ist doch so weit weg. Bisher haben erst 12 Menschen die Oberfläche des Erdtrabanten betreten. Das soll sich aber bald ändern, geht es nach dem Plan des Kanadiers Skyler Chan (22).
Der Abgänger der Berkeley-Universität gründete im letzten Jahr das Start-up Galactic Resource Utilization Space, kurz GRU Space, um auf dem Mond ein aufblasbares Hotel zu bauen. Und bietet jetzt schon Buchungen dafür an – zu einer Anzahlung von bis zu 1 Million Dollar. Den endgültigen Preis hat GRU Space, das bisher inklusive Chan erst drei Mitarbeitende hat, noch nicht festgelegt. Er wird aber laut eigenen Angaben «höchstwahrscheinlich mehr als 10 Millionen Dollar» betragen.
Erstes Hotel soll bereits 2032 stehen
«Nimm teil an der Reise der Menschheit zur nächsten Grenze», heisst es hochtrabend auf der Firmenwebsite. 2029 will GRU Space die erste Mond-Mission durchführen. Und drei Jahre später ist dann die Eröffnung des Hotels geplant. 4 Gäste haben darin gleichzeitig Platz, so die Vision. Zehn Jahre lang soll das erste Mondhotel halten – und verschiedene Aktivitäten anbieten, beispielsweise Mondspaziergänge, Ausfahrten und Golfen.
Danach will das US-Start-up mit Sitz in Kalifornien eine grössere Version bauen, die bis zu 10 Hotelgäste beherbergen kann. Der finale Bau soll dem Palace of the Fine Arts in San Francisco ähneln und ebenfalls aufblasbar, jedoch «von Strukturen aus Mondmaterial umgeben» sein, um die Betriebsdauer zu verlängern. Gleichzeitig plant das Weltraum-Unternehmen, eigene Strukturen auf dem Mond aufzubauen, also Strassen, Lagerhäuser und Stützpunkte. Die Vision des GRU-Space-Gründers endet aber nicht auf dem Mond: «Danach können wir das auf dem Mars wiederholen», sagte Chan dem Portal «Ars Technica».
Derzeit steht sein Traum noch auf wackligen Beinen. Die Finanzierung ist nicht gesichert. Und auch eine Baubewilligung fürs Hotel liegt nicht vor. Gerade in den sozialen Medien sorgen die Pläne auch für Heiterkeit – wegen des Namens des Unternehmens. Dieser ist angelehnt an den Bösewicht aus dem Animationsfilm «Ich – Einfach unverbesserlich». Im Film schmiedet der Superschurke Gru mit seiner Minions-Armee weltweite Streiche, deren Krönung der Diebstahl des Mondes sein soll. Und genau damit spielt auch GRU Spaces. So heisst es im Whitepaper: «Es ist Zeit, den Mond zu stehlen.»