Verteidiger der Finanzwelt und Freund von Dürrenmatt
Zürcher Staranwalt Peter Nobel (†80) ist tot

Peter Nobel, einer der bekanntesten Wirtschaftsanwälte des Landes, ist im Alter von 80 Jahren in Zürich verstorben. Der St. Galler war Professor in Zürich und St. Gallen, ein leidenschaftlicher Kunstsammler – und am liebsten mit seinem Militärvelo unterwegs.
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Der Zürcher Anwalt Peter Nobel ist 80-jährig verstorben.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der renommierte Wirtschaftsanwalt Peter Nobel (†80) starb nach einer Krankheit in Zürich
  • Er prägte spektakuläre Gerichtsprozesse und war politisch sowie kulturell engagiert
  • 1982 gründete er die Anwaltskanzlei Nobel & Partner und wirkte hier bis zuletzt als Senior Partner
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Schweiz verliert einen ihrer profiliertesten Wirtschaftsanwälte: Peter Nobel (†80) ist nach schwerer Krankheit in Zürich verstorben, wie die NZZ berichtet. Einst überzeugter Sozialist, stieg Nobel zum Anwalt der Finanzindustrie auf. Die «Handelszeitung» ehrte ihn einst als «Doyen der Wirtschaftsanwälte».

Der gebürtige St. Galler studierte an der HSG. Er forschte später auch an der Moskauer Lomonossow-Universität sowie an der Columbia University. An der Universität Zürich und St. Gallen war er als Professor tätig. Und das, obwohl er von 1971 bis 1979 der erste Präsident der Schweizer Jungsozialisten war. Ein Fakt, über den er später selbst herzhaft lachen konnte.

Bis zuletzt in seiner Kanzlei aktiv

1982 gründete Peter Nobel seine eigene Kanzlei in Zürich, Nobel & Partner. Bis zuletzt war er dort als Senior Partner tätig. Nobel war zudem Handelsrichter und Mitglied der Eidgenössischen Bankenkommission. Es gab kaum einen spektakulären Prozess aus der Wirtschaftswelt, in dem Nobel nicht engagiert war. So etwa im Übernahmekampf um den Baustoffhersteller Sika oder im Verfahren um OC Oerlikon mit Viktor Vekselberg (69). Auch im Strafverfahren rund um den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (70) hatte Nobel einen grossen Auftritt.

Peter Nobel war Zeit seines Lebens ein politischer Mensch. Zuletzt äusserte er sich pointiert zum «schnellen Untergang der Credit Suisse», wie er es nannte. Er sei enttäuscht – aber nicht, weil er mit seinen CS-Aktien Verluste eingefahren hat, wie er 2025 gegenüber «Plädoyer» mit einem süffisanten Lächeln bemerkte. Ihn störte aus wettbewerblicher Sicht, dass es in der Schweiz nur noch eine Grossbank gibt. 

Eng mit Friedrich Dürrenmatt befreundet

Beruflich hatte sich Nobel ganz der Juristerei verschrieben, gleichzeitig war er aber auch ein Lebemann. Er hatte ein Faible für schnelle und teure Autos, war aber am liebsten mit seinem alten Militärvelo unterwegs. Und flog eine Cessna. Ein feines Essen in der Mittagspause war Nobel wichtig. Regelmässig liess er es sich im «Inside», dem Personalrestaurant von Ringier an der Zürcher Dufourstrasse, schmecken. 

Peter Nobel war der Kultur sehr verbunden. Er war eng mit Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) befreundet. Nach dem Tod des Schriftstellers amtete Nobel als dessen Willensvollstrecker. Zusammen mit seiner Ehefrau Annette baute Peter Nobel über mehr als 30 Jahre hinweg eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Schweiz auf.

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