Darum gehts
- Cadillac verlässt Zürcher Bahnhofstrasse nach drei Jahren wieder
- Umbau des Brannhofs kostete über 100 Millionen Franken
- Mieten von bis zu 9000 Franken pro Quadratmeter
Das teuerste Pflaster der Schweiz ist selbst für eine weltbekannte US-Automarke zu teuer. Cadillac kehrt der Zürcher Bahnhofstrasse bereits nach drei Jahren wieder den Rücken. Der Grund: die astronomisch hohen Mieten.
Der riesige, 600 Quadratmeter grosse Promi-Showroom steht vor dem Aus. Der Cadillac-Schriftzug am Gebäude ist weg, Anrufe auf die Servicenummer laufen ins Leere, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.
Es ist ein weiterer, herber Rückschlag für Swiss Life, Eigentümerin der prestigeträchtigen Liegenschaft an der Bahnhofstrasse. Erst 2023 verkündete die Versicherung stolz die Vollvermietung des neugestalteten «Brannhofs» im ehemaligen Manor-Gebäude.
9000 Franken pro Quadratmeter
Über 100 Millionen Franken flossen in den aufwendigen Umbau des ehemaligen Manor-Gebäudes an der Zürcher Einkaufsmeile. Nach dem Umbau sollen jährliche Mieteinnahmen von über 19 Millionen Franken sprudeln, liess Swiss Life damals verlauten. Die Ladenmieten liegen bei bis zu 9000 Franken pro Quadratmeter und Jahr.
Doch schon vor der Eröffnung musste Swiss Life eine Schlappe verkraften: Lingerie-Riese Victoria’s Secret sprang überraschend ab. Und jetzt der nächste Dämpfer: Der US-Autobauer Cadillac zieht nach nur drei Jahren wieder aus.
Prestigeprojekte rechnen sich nicht
Der Fall Cadillac zeigt das Grundproblem der Edel-Meile: Ein schicker Showroom auf zwei Etagen macht zwar optisch einiges her, bringt aber nicht genug Bares ein, um die enormen Quadratmeterpreise zu decken. Wer nur auf Laufkundschaft hofft, verbrennt rasch sein Geld.
Besonders dramatisch ist die Lage im ehemaligen Modissa-Gebäude, direkt gegenüber dem «Brannhof». Seit das Traditionsmodehaus 2022 seine Türen schloss, herrscht dort Dauer-Wechsel. Kein Wunder: Die Eigentümer verlangen sportliche vier Millionen Franken Miete im Jahr für die Verkaufsfläche, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.
Solche Summen will offensichtlich niemand mehr hinblättern. Zuletzt versuchte sich der französische Sportgigant Decathlon auf der Fläche – allerdings nur als kurzzeitiger Pop-up-Store. Seit der Schliessung Anfang März herrscht wieder Ungewissheit, wer sich das Mammutlokal überhaupt noch leisten kann.